Freitag, 03. Februar 2023
Start Sport | Vereine | Freizeit Bunte Lichter für den grünen Rasen

Bunte Lichter für den grünen Rasen

Bunte Lichter für den grünen Rasen
Jordan Sibatcheu zeigt mit dem Pinsel ebenso Eifer wie mit dem runden Leder. Bild: ks

Reinickendorf – Eine Trainingseinheit der besonderen Art absolvierten die Profi-Fußballer des 1. FC Union Berlin in der Adventszeit. Auf Initiative der Stiftung des Vereins übten sich die Spieler von Chef-Trainer Urs Fischer im Rahmen einer stadtweiten Charity-Aktion in ungewohnten Aufgaben. So wurden in der Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof Mahlzeiten für Obdachlose gekocht, auf einem alternativen Weihnachtsmarkt an der Frankfurter Allee für Weihnachtspakete für bedürftige Familien gepackt.

Auch Reinickendorf war am 12. Dezember einer von mehreren Schauplätzen. In der Grundschule am Schäfersee tauschten die Kicker Rani Khedira, Tim Maciejewski, Jordan Siebatcheu und Mannschaftsführer Christopher Trimmel den grünen Rasen gegen das graue Linoleum der dortigen Turnhalle, den roten Fußballdress gegen weiße Schutzanzüge, das runde Leder gegen eckige Leuchtkörper. Es galt, zusammen mit den Schülern Lampions zu bemalen. „Fußball trifft Kunst“, so lautete das Motto an diesem Nachmittag. Jeweils zwei Schülerinnen oder Schüler aus jeder der insgesamt 19 Schulklassen hatten das Glück, sich an der farbenprächtigen Aktion zu beteiligen. Geteilt wurde die Freude vor Ort mit etlichen Kindern der Anna-Seghers-Schule in Berlin-Köpenick, die bereits im Vorfeld zahlreiche Objekte gestaltet hatten.

Unzählige Pinsel sowie diverse Töne an Acryl-, Pigment und Graffitifarben kamen zum Einsatz. Rund 40 großformatige Lichtinstallationen, hauptsächlich mit Motiven aus der Welt des Fußballs, entstanden so in phantasievoller Handarbeit. Die Unionsfarben Rot und Gelb hinterließen dabei deutliche Spuren. Die handbemalten Kunstwerke fanden im Anschluss ihren Platz im und am Stadion an der Alten Försterei, illuminierten auch das diesjährige Weihnachtssingen von Mannschaft und Publikum des Vereins. Nach zwei Monaten im Einsatz sollen sie zugunsten sozialer Projekte verkauft werden.

Der für die Umsetzung verantwortliche Installationskünstler Thomas EJ Klasen bezeichnete die Endprodukte in seiner ganz eigenen Wortwahl als „soziale Plastiken“. Zudem lobte er den Einsatz der kleinen und großen Hobbymaler. „Irgendwie sind wir alle talentiert“, meinte er auf der Veranstaltung. Man solle sein Talent zu Berufung machen, appellierte Klasen an alle Laien. Klasen brachte übrigens zusammen mit der befreundeten Brasilianerin Sofia Camargo im Berliner Norden bereits mehrere Orte zum Leuchten, etwa den Wilhelmsruher Damm, den Franz-Neumann-Platz sowie Außenbereiche mehrerer Schulen.

Auch die Reinickendorfer Lehrkräfte zogen ein positives Resümee. Gerade Kinder aus Problemkiezen bräuchten positive Vorbilder, um Gewalt, Missbrauch, Kontaktarmut und Ausgrenzung vorzubeugen, hieß es zum Engagement der Fußballer „Das ist eine große Wertschätzung für uns“, befand Cordula Hobein, die Schulleiterin der Grundschule am Schäfersee. Man sende mit der Aktion ein strahlendes Signal vom Nordwesten in den Südosten Berlins, so die verantwortliche Pädagogin weiter.

ks

Die Union-Kicker Tim Maciejewski, Jordan Sibatcheu, Christopher Trimmel und Rani Khedira, (v. l.) nach getaner „Arbeit“. Foto: ks
Die Grundschüler warten gespannt auf ihren Einsatz. Foto: ks

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf