Montag, 27. März 2023
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Vereint in der Firma und auf dem Platz

Vereint in der Firma und auf dem Platz
Im August 2021 hatte Steven Haubitz (r.) einen letzten Kurzauftritt als Spieler. Hier übernimmt er für die letzten zehn Minuten im Spiel gegen Stern Marienfelde die Kapitänsbinde von seinem Bruder Maik. Foto: bek

Reinickendorf – Alles Haubitz, oder was? Maik ist Spieler und Kapitän der Berlin-Liga-Mannschaft der Füchse-Fußballer, Papa Günther Teammanager. Und nun ist auch Maiks Bruder Steven Haubitz wieder da – gut 15 Monate nach seiner feierlichen Verabschiedung als Spieler kehrte der 34-Jährige als Trainer zurück. Weil Chefcoach Ümit Ergirdi am 4. November nach drei Jahren bei den Füchsen seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, war eine schnelle Entscheidung gefragt. In Steven Haubitz präsentierten die Füchse nur drei Tage später eine echte Überraschung.

Im Job bei der eigenen Gerüstbau-Firma Haubitz arbeiten Günther, Maik und Steven sowieso zusammen – und jetzt auch wieder auf dem Sportplatz am Wackerweg. Daran hatte wohl der „kurze Dienstweg“ Schuld, im Büro kam die Idee auf. „Du könntest das doch machen, wenigstens bis zur Winterpause, sagten die beiden. Ich dachte: Warum eigentlich nicht?“, berichtet Steven. Er war aus zeitlichen Gründen als Spieler zurückgetreten, wollte mehr Zeit für Job, Familie und den Bau eines Eigenheims in Hermsdorf haben. Jetzt war der Hausbau abgeschlossen. „Und ohnehin passte es vom Zeitpunkt her gut, in der dunklen Jahreszeit ist es auf dem Bau ohnehin ruhiger.“

Der Einstand als Trainer hat schon einmal geklappt. Im ersten Spiel am 11. November gab es einen 3:1-Sieg gegen den BFC Preussen. Am vergangenen Wochenende ruhte der Ball in der Berlin-Liga – bis auf ein Nachhol- und zwei vorgezogene Spiele. Dafür fand der Berliner Pokal statt, hier waren die Füchse bereits in der ersten Runde unglücklich gegen den Oberligisten SV Tasmania ausgeschieden. Steven Haubitz ist auf der Trainerbank ein absoluter Neuling, einen Schein hat er ebenso wenig wie Erfahrungen als Coach etwa im Jugendbereich. „Aber ich informiere mich auf vielen Ebenen, und ich versuche auf das zurückzugreifen, was ich als Spieler mitbekommen habe.“ 39 Spiele in der A-Jugend-Bundesliga stehen ebenso in seiner Vita wie über 120 Oberliga-Partien für die Füchse, den LFC Berlin und Union Fürstenwalde sowie fast 200 Begegnungen in der Berlin-Liga für die Füchse, in denen er über 100 Tore erzielte. „Ich hatte namhafte Trainer wie Hans Oertwig, Christian Backs oder Mario Reichel, von denen ich mir einiges abschauen konnte“, sagt Steven.

Auch wenn er Stürmer war, wird seine Mannschaft nun nicht kompromisslos den Weg nach vorn suchen. „Mir ist wichtig, dass hinten die Null steht“, wandelt Steven in Huub Stevens Spuren, „wir haben in 13 Spielen 15 Gegentore kassiert, das ist mir für eine Spitzenmannschaft zu viel. Da will ich den Hebel ansetzen.“ Ob über dieses Kalenderjahr hinaus, wird sich zeigen. „Zum Jahreswechsel ziehen wir Bilanz, dann sehen wir weiter.“ bek

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