Sonntag, 29. Januar 2023
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Maler und Tenorhornbläser

Maler und Tenorhornbläser
Günter Johannes Wolfgang Feet von Knesebeck Foto: kbm

Frohnau – Ein Gespräch mit Günter Johannes Wolfgang Feet von Knesebeck, dem Multikünstler aus Frohnau zeigt ein künstlerisches Wirken, das sieben Leben füllt – und immer weitere Pläne offenbart: Welches Talent steht aktuell im Vordergrund? Der Maler, Grafiker, Buchautor, Kolumnist, Marketing-Experte, Verleger oder Musiker?

Wie möchten Sie angesprochen werden?

Feet reicht. Ich bin nicht von Adel, in meinem Geburtsort redet man nur etwas anders als anderswo; das heißt: „Der ist von Knesebeck“.

Was ist gerade Ihr Herzensprojekt?

Mein neues Buch „Tiger Hill“, ein Pferde- und Kriminalroman, der Anfang des Monats in die Buchhandlungen gekommen ist. Es ist mein achtes Buch und ich habe dafür in Baden-Baden und auf vielen anderen Rennbahnen recherchiert.

Wie sind Sie auf das Pferde-Thema gekommen?

Wir haben Pferde, die auf einem Brandenburger Reiterhof stehen und diese Tiere haben mich schon immer fasziniert. Von meinem Illustrationshonoraren konnte ich eine Jugendstilvilla mit ausreichend hohen Räumen erwerben und mich ganz der Malerei hingeben. Ich konnte dort superrealistische Zwei-Meter-Formate mit viel Zeit und Ausdauer malen, die ihren entsprechenden Preis hatten. Ich fand die passende Zielgruppe auf den Galopprennbahnen der Welt und wurde der „Pferdemaler“.

Haben Sie auch andere Motive?

Ja, begehrt sind auch meine Groß-Portraits der Mitglieder der „Rolling Stones“. Damit wurde ich auch als Reinickendorfer Künstler ausgezeichnet und mein Werk wurde in der Humboldt-Bibliothek ausgestellt.

Womit haben Sie sich als Illustrator beschäftigt?

Der letzte Auftrag kam von einem Schulbuchverlag und umfasste erst nur ein Schulbuch für ein Bundesland. Es wurden daraus insgesamt sechs Bücher, die gut ankamen und von allen anderen Bundesländern mit kleinsten Veränderungen übernommen wurden. Davor hatte ich unter anderem auch ein Märchenbuch mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren illustriert.

Sie waren aber auch in anderen Gebieten tätig?

Ja, ich hatte eine Werbeagentur und einen Verlag gegründet, das gesamte Marketing einer Berliner Zeitung übernommen und belieferte außer ihr noch fünf weitere täglich mit politischen Karikaturen.

Haben Sie auch Bücher produziert?

Ja, zum Beispiel 400 Lehrbücher für die Zahnmedizin.

Das ist ja schon eine große Nummer.

Die wurde aber noch übertroffen vom Auftrag des Statistischen Landesamtes Berlin für die Volkszählung. Ich übernahm die gesamte Zählungswerbung, produzierte als Generalunternehmer mit drei Großdruckereien eine Gesamtauflage von 33 Millionen Exemplaren und übernahm auch den Vertrieb in alle Haushalte der alten Bundesländer.

Woher hatten Sie die Kenntnisse, die neben einer grundlegenden Bereitschaft zum Risiko erforderlich waren?

Ich studierte Malerei, Illustration, Karikatur, Fotografie und Grafik-Design an den Kunsthochschulen in Braunschweig und Berlin. Eine sehr gute Vorbereitung dafür war meine Lehre zum Schriftsetzer und Buchdrucker.

Dann sind Sie sehr zielstrebig Ihren beruflichen Weg gegangen?

Nicht ganz, auf Wunsch meiner Mutter folgte ich dem Einberufungsbefehl der Bundeswehr und absolvierte wenigstens drei Monate Grunddienst, um „Reinlichkeit und Ordnung“ zu lernen. Am schlimmsten war der Verlust meiner schulterlangen Haare. Nicht effektiv fand ich stundenlange Märsche in voller Montur.

Warum sind Sie dabeigeblieben?

Mir gefiel die sportliche Ausbildung. Ich wurde Spezialist für 1.000 und 10.000-Meter-Läufe. Weil ich es nicht ertragen konnte, wenn jemand vor mir lief, kam ich immer als Erster ins Ziel und wurde wegen der erreichten Zeiten für das Olympiatraining vorgeschlagen. Aber nach zwei Monaten machte auch das keine Freude mehr und ich verzichtete auf die Olympia-Nummer.

Wann haben Sie Ihr musikalisches Talent entdeckt?

Während meiner Ausbildung zum klassischen Tenorhornbläser entdeckte ich als Schüler die Songs der Beatles, kaufte mir vom Verdienst der Ferienjobs eine rote E-Gitarre und gründete eine Band, mit der ich an den Wochenenden in den umliegenden Dörfern die Gaststättensäle füllte. Heute spiele ich Schlagzeug, unter anderem in der Rockband „Unter Verdacht“ als Begleitung der Popsong Singers.

Ihre Vita ist so überbordend, dass wir heute nicht mehr alle Stationen Ihres Lebens ansprechen können.

Das und noch viel mehr beschreibe ich in meinem noch in Arbeit befindlichen Kriminalroman „Die Ahnung“, der Mitte 2023 erscheinen soll.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview K. B. Mademann

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