Mittwoch, 30. November 2022
Start Kultur | Soziales | Familie Handwerk, Weihnachtliches und Kunst

Handwerk, Weihnachtliches und Kunst

Handwerk, Weihnachtliches und Kunst
Die Heiligenseer Malerin Christine Flieger fertigte dieses Bild.

Hermsdorf – Am ersten Adventswochenende wirft sich der Auenhof und die Aagaard-Galerie in Alt-Hermsdorf 11 in sein schönstes Weihnachtsoutfit: Am 27. und 28. November wird es neben den normalen Angeboten auch Kunst und Handwerk, Glühwein und Glüh-Gin sowie Weihnachtsdeko, Gestecke, Adventsschmuck und weihnachtliche Strickwaren geben. Aber natürlich erhalten die Besucher während der Öffnungszeiten auch weiterhin den hausgemachten Kuchen, Waffel-Variationen und Kaffeespezialitäten – alles liebevoll zubereitet.

Kunstinteressierte können außerdem noch zwei Ausstellungen ansehen: von der Heiligenseer Malerin Christine Flieger und Werke vom kürzlich verstorbenen Eike Erzmoneit.

Christine Flieger hatte schon viele Berufe in ihrem Leben, war Verkäuferin und Einzelhandelskauffrau und sogar Polizeibeamtin – und hat nun nach langen Umwegen ihren Traumberuf gefunden. Heute ist sie als Malerin sowie als Auftragsmalerin bekannt. Das Talent hat die Heiligenseerin wohl von ihrem Vater geerbt: „Mein Vater hat sehr gut malen können“, erinnert sie sich. „Wir wohnten zu der Zeit in Wedding, und mein Papa hat mit der Malerei das knappe Budget unserer Familie aufgebessert – in Spachteltechnik auf schwarzem Samt. Dabei habe ich ihm immer zugesehen, und dann selbst angefangen zu malen.“ Als Auftragsmalerin geht es bei Flieger aber nicht nur um große Wände, sondern auch um filigrane Bilder, die ihr Innerstes widerspiegelt: „Meine Seele spiegelt sich in jedem Bild, weil jedes Wesen, das ich male, Augen hat“, sagt sie über ihre Werke. Ihre Bilder sind überwiegend mit Gouache-Mischtechnik auf Hartkarton entstanden.

Eike Erzmoneit ist 1948 in Tegel geboren und aufgewachsen. Die Schulbank hat er in der Alfred-Brehm-Schule gedrückt. Er hat Zahntechniker gelernt, ist jedoch während seiner Ausbildung als Schlagzeuger in seine erste Band eingestiegen. Die machte Beatmusik und war recht erfolgreich als Maveriks, wurde sogar Berliner Beatmeister. Der Tegeler ging dann als Schlagzeuger nach London, wo er auch bis zu seinem Tod 2021 noch überwiegend wohnte. Da hat auch das Interesse zur Malerei begonnen – erstmal „aus Langeweile, denn ich hatte immer viel Zeit, bis der nächste Auftritt anstand“, wie er in einem früheren Interview erzählte. Mit Acrylfarben in der Hand entstanden mit Mitte 20 die ersten Bilder. Dabei hatte ihn der Surrealismus besonders interessiert. Escher, Magritte und Dali hatten ihn fasziniert, und die Malerei trat für ihn immer mehr in den Vordergrund. So hatte er zwei Jahre später seine erste Ausstellung im Europa-Center am Breitscheidplatz. Vor zwei Jahrzehnten hatte Erzmoneit mit der Musik aufgehört und seitdem viele Ausstellungen durchgeführt – so auch in der Galerie Aagaard: Ja, er war schon öfter hier – das sieht man auch an der Fassadenmalerei des Auenhofs, denn Erzmoneit hat sich hier mit diversen Wandbildern verewigt.

Der Auenhof mit Café und Galerie ist am 26. und 27. November jeweils von 13 bis 18 Uhr geöffnet. fle

Dieses Werk des Tegeler Künstlers Eike Erzmoneit ist in der Aagaard-Galerie zu sehen und zu kaufen. Fotos (2): fle

www.galeriecafe-aagaard.de

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf