Freitag, 09. Dezember 2022
Start Kultur | Soziales | Familie Einige Tränen zum Abschied

Einige Tränen zum Abschied

Einige Tränen zum Abschied
Schwester Simone (l.) und Schwester Damiana bei der Einweihung des „Brunnens des Lebens“ im Hospiz mit Stifterin Sigrid Masur und Hospiz-Leiter Martin Wiegandt Foto: kbm

Hermsdorf – Die letzten verbliebenen vier Schwestern des Arenberger Dominikanerinnen-Ordens haben von Hermsdorf Abschied genommen und kehrten in ihr Mutterhaus zurück. Nachfolgerinnen gibt es nicht, da der Orden keinen Nachwuchs hat.

1898 gründete der Orden erst ein Kinderheim und dann die Klinik Dominikus. Die gut in der Krankenpflege ausgebildeten Schwestern wohnten im Schwesternheim auf dem Krankenhausgelände und gehörten sowohl zum Krankenhausalltag als auch zum Straßenbild in Hermsdorf und Frohnau.

Die vier Schwestern waren bis zum letzten Tag im Klinikalltag präsent. Während die Oberin, Schwester Damiana (82), die Patienten mit ihrer Mundharmonika erfreute, besorgte Schwester Monika täglich den Dienst in der Kapelle, schmückte die Sakristei mit Blumen und Kerzen, öffnete und schloss täglich die Kapellentür. Schwester Simone kümmerte sich um alles Weltliche und erledigte die Verwaltung, während Schwester Theresa an der Pflegeschule lehrte.

Corina Martinas, katholische Seelsorgerin der Klinik, berichtete, dass ungefähr 40 Schwestern auf dem nahen Hermsdorfer Friedhof beerdigt wurden. Die letzten Beisetzungen fanden für die Schwestern Vinzentia, Ulrike und Reinhild statt. Für die Prozession von der Krankenhauskapelle zum Friedhof, bei der auch regelmäßig Pflegepersonal und Ärzte mitgingen, wurde früher sogar die Straße gesperrt.

Seelsorgerin Martinas erzählt, dass die Emotionen bei der öffentlichen Verabschiedung der Schwestern im August noch von der tatsächlichen Abreise übertroffen wurden. Für die Abschiedsmesse mit Erzbischof Heiner Koch und zirka 200 Besuchern hatte sie keine Mühe, freiwillige Helfer zu gewinnen.

Am 7. September, als der Kleinbus mit den Schwestern Damiana und Simone nach Oberhausen abfuhr, waren an die hundert Mitarbeiter, einschließlich Chefärzte, dabei. Corina Martinas berichtete, dass dafür sogar planbare Operationen verschoben und manche Tränen verdrückt wurden. Eine Woche zuvor wurden die Schwestern Monika und Theresa ins Mutterhaus Arenberg verabschiedet.

Wie es nach dem Abschied der Schwestern mit dem religiösen Leben in der Caritas Klinik Dominikus weitergeht, werden die katholische Seelsorgerin Corina Martinas und die evangelische Seelsorgerin und Pfarrerin Alke Witte in einer der nächsten Ausgaben der RAZ erläutern. kbm

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf