Donnerstag, 01. Dezember 2022
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Offenbar nicht „Chefinsache“

Offenbar nicht „Chefinsache“
Die Haltestelle in Tegel für den Ersatzbus ist nicht barierrefrei.

Tegel – Die Sanierung der U6 hat begonnen: am Montag, 7. November, fuhren die ersten Busse des Ersatzverkehrs die stillgelegten fünf Stationen an.

Die Ersatz-Haltestelle für den U-Bahnhof Alt-Tegel befindet sich in der Berliner Straße vor dem BVG-Kundenzentrum. Der Ausschussvorsitzende für Gesundheit und Gleichstellung der Bezirksverordnetenversammlung, Ulf Wilhelm, war am Wochenende vor Beginn der Baumaßnahme dort und stellte „mit Erschrecken fest, dass die Haltestellenfläche Richtung Süden für Rollstuhlfahrende am U-Bahnhof Alt-Tegel nicht barrierefrei genutzt werden kann. Zwischen Gehweg und Haltestellenfläche befindet sich eine Stufe. Der Zugang von der Seite vor und hinter der Fläche ist zwar angerampt, jedoch behindern im Norden ein Verteilerkasten und im Süden ein Lichtmast mit Mülleimer den Rollstuhlfahrenden den Weg.“

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Marco Käber ist über diesen Zustand verärgert: „Während die BVG-Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp in Social Media für die Maßnahme fleißig wirbt, scheinen die Arbeiten des Busbereiches nicht Chefinsache zu sein, obwohl die Vorstandsvorsitzende doch in Tegel wohnt.“

Seine Fraktion fordert nun schnell eine barrierefreie Herstellung der Haltestelle, damit auch Rollstuhlfahrende den Schienenersatzverkehr nutzen können. Nutzer von Elektrorollstühlen bräuchten allein eine Breite von rund 1,4 Metern. Auch würde die Stufe von nicht behinderten Menschen nur schlecht wahrgenommen.

„Der Norden Berlins wurde bereits mit der Umstellung der Tegeler Buslinien 124, 133 und 324 auf das Subunternehmen Schröder im Stich gelassen. Die Fahrzeuge erfüllen immer noch nicht die im Verkehrsvertrag geforderten Standards – auch der Barrierefreiheit. Nun offenbar ein weiteres Malheur des Busbereiches der BVG.“ Die Sanierung der U6 zwischen Alt-Tegel und Kurt-Schumacher-Platz soll bis 2025 andauern. red

Foto: fle

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