Freitag, 09. Dezember 2022
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Sieg über den Spitzenreiter zum Abschied

Sieg über den Spitzenreiter zum Abschied
Jubel über das Tor des Abends: Torschütze Maik Haubitz wird flankiert von Furkan Yildirim (l.) und Ugurcan Yilmaz.

Bezirk – Wer nicht eingeweiht war, dürfte sich wie im falschen Film gefühlt haben. Die Fußballer der Füchse hatten gerade Sparta Lichtenberg, den Spitzenreiter der Berlin-Liga, mit 1:0 geschlagen, aber das geriet am vergangenen Freitagabend nach Spielschluss eher in den Hintergrund. Im Fokus stand Ümit Ergirdi, der zum letzten Mal als Füchse-Trainer an der Seitenlinie stand und wie eh und je engagiert seinen Job verrichtete, sich über Schiedsrichterentscheidungen aufregte und seine Mannschaft nach vorn pushte. Nach drei Jahren hat Ergirdi, der am Samstag seinen 41. Geburtstag feierte, das Traineramt zur Verfügung gestellt.

Die Entscheidung sei in den beiden Wochen vor dem Sparta-Spiel gereift, sagte Ergirdi. Sie hatte weniger mit den beiden Niederlagen gegen den SCC und SV Empor zu tun, sondern habe tiefere Ursachen, vor allem privater Natur. „In erster Linie bin ich Papa von zwei kleinen Mädchen, die sollen mir nicht später mal vorwerfen, ich wäre ja nie für sie da, sondern immer auf dem Fußballplatz gewesen“, sagte der scheidende Trainer. Hinzu kommt eine schwere Erkrankung seines Vaters, dem er zur Seite stehen will, dazu der zeitaufwändige Job als Anwalt – und er ist ja auch noch als Spieler bei den Senioren von Hertha BSC aktiv. „Ich liebe die Trainertätigkeit bei den Füchsen, aber das wurde alles ein bisschen viel.“

Die Mannschaft schenkte ihm nach großem Kampf einen 1:0-Erfolg über die Lichtenberger, den Füchse-Kapitän Maik Haubitz mit seinem Tor des Abends in der 26. Minute möglich machte. Sparta musste nach der zweiten Niederlage in Folge die Tabellenführung an das Überraschungsteam von Hilalspor abgeben, die Füchse bleiben Dritter mit fünf Punkten Abstand auf Hilal und vier auf die Lichtenberger. Nach Spielschluss herzte Ergirdi Spieler und Offizielle. „Das tut schon weh, Ümit ist in den drei Jahren zum Freund geworden“, sagte Pierre Schönknecht, der Fußball-Chef der Füchse.

Ergirdis Nachfolger soll in den nächsten Tagen gefunden werden, bis dahin leiten die Co-Trainer Sascha Schwan und Lars Nielsen das Training. Der Frohnauer SC hat einen Trainerwechsel nach dem Rücktritt von Hassan Chaabo bereits hinter sich. Am Poloplatz hat wieder Olaf Jahn, der Aufstiegscoach der Jahre 2017 und 2018, das Sagen – und er führte sich perfekt ein. Nach dem 4:2 gegen Türkspor gab es auch gegen den TSV Rudow einen Sieg: Nach Treffern von Nicholas Schöning, Nils Ehritt und Tobias Liebig gewannen die Frohnauer 3:1.bek

Betretene Mienen trotz Sieg über Sparta: Ümit Ergirdi hält nach dem 1:0 über den Spitzenreiter eine letzte Ansprache an die Mannschaft (v.l. Kevin Gutsche, Mike Ryberg, Co-Trainer Sascha Schwan, René Pütt). Fotos (2): bek

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