Montag, 27. März 2023
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Ersatzbusse für 25.000 Fahrgäste

Ersatzbusse für 25.000 Fahrgäste
Foto: as

Uwe Kutscher, der selbst in Reinickendorf wohnt, ist bei der BVG fürs Bauen zuständig. Wo er auftaucht, stehen Sperrungen an. Bei einer Führung entlang der U6 sprach er über die 100 Millionen Euro schweren und zwei Jahre dauernden Bauarbeiten.

Den Schienenersatzverkehr ließ er nicht unerwähnt, auch wenn er als Bauchef lieber von Dammkronen und Pfahlgründungen spricht. Am 6. November fährt die letzte U-Bahn, danach werden Busse zwischen Tegel und Kurt-Schumacher-Platz übernehmen. Die meisten Ersatz-Haltestellen werden „aufgeweitet“, damit zwei Busse gleichzeitig stoppen können. Der Takt soll dicht sein, etwa alle fünf Minuten soll ein Bus starten. Für die Strecke plant die BVG 18 Minuten ein – wenn alles gut läuft.

In der Statistik stehen täglich 25.000 Fahrten mit der nördlichen U6. Die Menschen hinter dieser Zahl hoffen auf einen staufreien Ersatzverkehr. Damit die großen Gelben möglichst ungehindert durchkommen, markiert die BVG Busspuren. Uwe Kutscher sagt zudem, dass klar ist, dass die U6 und die Autobahn nicht gleichzeitig saniert werden können. Deshalb habe sich die BVG mit der Autobahngesellschaft und auch mit der S-Bahn abgestimmt. Von der Autobahn sollen Bauarbeiter in den nächsten zwei Jahre fernbleiben, genauso wie von den S-Bahngleisen. Nicht verbessern ließe sich der Takt auf der S25. „Das gibt die Infrastruktur nicht her“, denn die S-Bahn-Strecke ist eingleisig. Und es gibt keine Begegnungsstellen. Bauchef Uwe Kutscher benennt den Grund für zwei Jahre Schienenersatz. Auslöser ist die Seidelbrücke. Das ist nicht die U-Bahn-Brücke, die die Autobahn 111 überspannt. Gemeint ist die Brücke nahe dem Bahnhof Scharnweberstraße. Sie befindet sich exakt an der Stelle, wo die Seidel- in die Scharnweberstraße übergeht. Diese Brücke wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die BVG hat sich zu einem Wenn-Schon-Denn-Schon entschlossen. Sie nutzt die Zeit der Sperrung, um die gesamte Strecke inklusive Bahnhöfe von Grund auf neu zu bauen. „Das hält dann hoffentlich 50 Jahre“, sagt Uwe Kutscher. as

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