Sonntag, 29. Januar 2023
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Aufmunternde Worte von Peter Wohlleben

Aufmunternde Worte von Peter Wohlleben
Dr. Dorothea Scheytt Fotos (2): kbm

Bezirk – Initiiert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fanden vom 16. bis 18. September die vierten Deutschen Waldtage unter dem Motto „Biologische Vielfalt erleben“ statt. Seit vier Jahren werden diese Aktionstage zusätzlich zu dem Internationalen Tag der Wälder organisiert, der 2021 zum 50-jährigen Jubiläum titelte „Wiederaufbau von Wäldern – ein Weg zu Erholung und Wohlbefinden“.

Bundesminister Cem Özdemir investiert in den nächsten fünf Jahren 900 Millionen Euro in mehr Klimaschutz und Biodiversität in Wäldern. Die Umsetzung beginnt in diesem Jahr mit klimaangepasstem Waldmanagement.

Die Frohnauer Ärztin Dr. Dorothea Scheytt bemerkte vor zwei Jahren vermehrt unzählige Baum-Markierungen, die im Gegensatz zur gebotenen Waldfürsorge stehen. Sie berichtet: „Meine Erkundungen ergaben, dass für den Frohnauer Jagen 114 ein großflächiger Einsatz von Holzerntemaschinen (Harvester) geplant war. Eine Bürgerprotestbewegung entstand, unterstützt von Zarah Baur mit einer Online-Petition, um diese irreversiblen Eingriffe zu verhindern.“ In mehreren öffentlichen Waldführungen habe die Initiative auf die Probleme aufmerksam gemacht, die durch großflächigen Holzeinschlag mit großen, schweren „Harvestern“ auf den Wald und den dann verdichteten Boden auf extra angelegten „Rückegassen“ entstehen würden.

Scheytt weiter: „Es müssten zirka 1.800 Bäume gefällt werden, um den geplanten Erlös aus Verarbeitung mit unbekannter Verwendung (Papier, Pappe, Paletten?) zu erzielen. Da der Berliner Erholungswald nicht auf Einnahmen aus Holzverkauf angewiesen ist, wollten wir den geplanten Großmaschinen-Einsatz unter der verschärften Situation der Klimaveränderung verhindern.

Aufgrund der Bürgerbewegung und Öffentlichkeitsarbeit werde der Einsatz der Harvester nun um ein Jahr verschoben, damit Gespräche mit den Bürgern geführt werden können. „Um diese Kommunikation mit der Verwaltung anzustoßen und falsche Weichenstellung zu verhindern, wandten wir uns an den Petitionsausschuss und brachten unseren Protest auf die politische Entscheidungsebene“, so Scheytt. Für die Waldführung am 10. September hätten viele Politiker zugesagt, auch die Staatssekretärin für Umweltschutz Dr. Silke Karcher. Sie war leider kurzfristig verhindert, hatte sich aber vorher im kleinen Kreis ein Bild über die Protestbewegung und den Wald gemacht und eine zweite Verschiebung des Harvester-Einsatzes zugesagt.

An der Führung nahmen auch drei Vertreter der Grünen und fünf Bezirksverordnete der SPD sowie Förster und andere Fachleute teil. Die Referenten Thomas Rost (AG Klima), Förster Christian Hönig (Referent für Baumschutz), Dirk Hartung (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) mahnten einen veränderten Umgang mit dem Wald an.

Deutschlands bekanntester Förster Peter Wohlleben schrieb: „Es ist schön, dass es Menschen wie Sie gibt, die die Natur ebenso lieben wie ich. Für Ihr so großes Engagement in Sachen Wald und Natur wünschen wir ihnen viel Erfolg.“ kbm

Diskussionsrunden nach der Waldführung

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