Dienstag, 04. Oktober 2022
Start Panorama Runder Geburtstag reich bebildert

Runder Geburtstag reich bebildert

Runder Geburtstag reich bebildert
Exponate wie dieses sind in den Hallen am Borsigturm zu sehen. Foto: bod

Die Borsighallen bieten den geeigneten Rahmen für die Ausstellung zur 700-Jahrfeier von Tegel. Schließlich ist das Gelände der Firma mit seinen Backsteinbauten inzwischen selbst ein bedeutender Teil der Historie des Bezirks. 1898 zog der Lokomotivbau-Unternehmen aus dem stetig wachsenden Berlin an diesen Standort, der damals noch weit vor den Toren der Stadt lag. 1999 wurden die fünf unter Denkmalschutz stehenden Fabrikhallen in das große Einkaufscenter integriert.

Das „Geschichtsforum Tegel“ hat für das Jubiläum Bildmaterial zusammengetragen und das Konzept für die Ausstellung entwickelt. Zu dem Kollektiv gehört der leidenschaftliche Sammler Frank-Max Polzin, bekannt als Postmaxe, der sicherlich einiges aus seiner reichhaltigen Kollektion von alten Fotos beisteuern konnte. Er war bei der Eröffnung am 23. August anwesend, ebenso wie Michael Grimm, der ebenfalls Mitglied des Forums ist und bei der historischen Aufarbeitung mitgewirkt hat. Zu den Gastgebern zählten außerdem Felix Schönebeck vom Kiez-Verein „I love Tegel“ und Marius Lorbach, dem Center Manager der Borsighallen.

Wie bei solchen Jahresfeiern üblich wird die erste urkundliche Erwähnung zur Geburtsstunde eines Ortes erklärt, selbst wenn die Schreibweise noch eine andere war: Der älteste schriftliche Nachweis als Tygel stammt von 1322. Ganz zu den Anfängen geht das Geschichtsforum allerdings nicht zurück, sondern beschränkt sich in seiner Präsentation bewusst auf die letzten beiden Jahrhunderte und punktet bei Besucherinnen und Besuchern mit seinem umfangreichen Fotomaterial.

Eine bedeutende Rolle auch als Wirtschaftsfaktor spielte der Luftverkehr erst rund vier Jahrzehnte später für den Bezirk. Denn der Bau des Flughafens hat den Stadtteil in der Nachkriegszeit wohl am stärksten geprägt, auch wenn der TXL inzwischen Geschichte ist. Im Gegensatz zur U-Bahn: Die Erweiterung der U6 bis nach Alt-Tegel war 1958 ein Meilenstein für den Stadtteil, der heute noch für eine gute Verkehrsanbindung sorgt und sehr für die Anreise zur Station Borsigwerke zu empfehlen ist. Alle, die neugierig auf einen Blick in die Vergangenheit sind, können noch bis zum Ende des Jahres kostenlos das „Pop-up-Museum“ besuchen, dessen Eingang direkt neben H&M in den Hallen am Borsigturm liegt. bod

Die „Macher“: Michael Grimm (l.)und Felix Schönebeck
Foto: kbm

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf