Samstag, 03. Dezember 2022
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Von Mandalas, Wandalas und Murals

Von Mandalas, Wandalas und Murals

Ein Mandala passt meist auf ein A4-Blatt. Die vier neuen, gesprühten Mandalas auf fensterlosen Hauswänden in der Oranienburger Straße sind 13 mal 12,5 Meter groß – sozusagen Wandalas. Wandbilder in dieser Größe heißen Murals. Die vier neuen Murals im Bezirk befinden sich am U- und S-Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik.

300 Farbdosen hat die Künstlerin Gita Kurdpoor für die Wandbilder leer gesprüht. Auf tiefblauem Grund hat sie abstrakte Muster, Kreise und fantastische Formen gemalt. Offizielle Enthüllung war Anfang August. Sie wünscht sich für den Betrachter „eine beruhigende Wirkung“, sie wollte Bilder schaffen, „in die der Betrachter vertieft hineingehen kann“. Abstrakte Motive habe sie gewählt, damit die Murals keine Vorgaben machen, „es um die eigenen Gefühle gehen kann“. Sie hofft, dass die Passanten durch ihre Bilder „in sich gehen und mit sich selbst auseinandersetzen“. Die Freiheit, die ihre Bilder dem Betrachter gewähren, nimmt sie auch für sich als Künstlerin in Anspruch. Häuserwände besprühen zumeist Männer, in der Szene sind Frauen extrem in der Unterzahl. Es sollten sich mehr junge Frauen an Murals wagen, sagt Gita Kurdpoor. Ihre vier neuen Wandbilder heißen The Six Senses (Die sechs Sinne), The Right Path (Der rechte Weg), The Focus (Die Konzentration), The Transition (Der Wechsel). Einen Monat hat sie für die Kunstwerke benötigt. Diese sind auch auf Instagram auf dem Kanal „@gitasart“ zu sehen.

Vor dem Jahr 2020 malte sie auf Leinwand. Außerdem arbeitete sie als Stylistin unter der Bezeichnung Beauty- & Make-up Artisting in der Mode- und Medienbranche. „But I wanted more“ (Ich wollte mehr), schreibt sie auf Englisch auf ihrer Webseite über diese Zeit. Gita Kurdpoor lebt seit mehr als 30 Jahren in Berlin. as

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