Sonntag, 14. August 2022
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1.000 Euro für Corona-Idee

1.000 Euro für Corona-Idee
Konrad Vogt, Lilly Persch, Faris Alagic und Lars Pelz (v.l.) Foto: privat

Tegel – Faris Alagic, Konrad Vogt und Lilly Persch wissen schon genau, wofür sie ihr kürzlich erworbenes Preisgeld verwenden: für Reisen! Die Schülerin will nach Sambia, für ihre beiden Freunde, die gerade das Abi frisch in der Tasche haben, geht‘s gemeinsam auf Hüttentour. Das erzählten sie im RAZ Interview: Mit einem Projekt zur Digitalisierung der Corona-Teststrategie an ihrer Schule, dem Humboldt-Gymnasium, haben sie im Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ kürzlich einen Sonderpreis geholt … und damit verbunden 1.000 Euro Preisgeld.

Warum genau haben Sie Ihr Projekt überhaupt gestartet?

Alagic: Im April 2021 wurden an unserer Schule die Schnelltests eingeführt. Die Dokumentation funktionierte über Laufzettel, die jeder Schüler bekam. Aber die gingen teilweise kaputt oder auch verloren. Und die Testdokumentation damit war langwierig. In unserem Informatik-Leistungskurs sagten wir uns, gemeinsam mit unserem Lehrer, Herrn Lars Pelz: „Das machen wir jetzt besser!“

Wie gingen Sie das an?

Vogt: Wir haben eine Datenbank geplant und uns überlegt, was wir wie speichern wollen, darauf aufbauend ein Programm und eine Website mit der Bedienseite – dem Backend – und dem User-Interface gestaltet. Dann haben wir das Ganze getestet, viel davon ist in unserer Freizeit passiert. Die Zuordnung läuft übers Einscannen individueller QR-Codes der Schüler. Ganz ehrlich, dass aus einer Idee, die mehr so als Spaß nebenbei entstand, das Bundesfinale von „Jugend Forscht“ wurde, das hätten wir nicht gedacht!

Herr Pelz, ein wirklich toller Erfolg! Wie haben Sie als Lehrer das Projekt begleitet?

Pelz: Am intensivsten ist der Serverbetrieb, da habe nur ich allein Zugriff, ich habe alles lauffähig gemacht. Beim Programmieren half ich nur dann, wenn es nicht anders ging. Ich stand auch mit unserer Schul-Datenschutzbeauftragten in Kontakt. Unser System speichert nur Namen, keine Daten, und der Server ist bewusst physisch, es gerät nichts in irgendeine Cloud.

Wie war die Reaktion in der Schule auf die Vereinfachung?

Vogt: Durch die neuen Abläufe im Testzentrum, also außerhalb der Klassenräume, ist das ganze Verfahren nicht nur schneller, sondern auch sicherer geworden. Wir haben sehr viel „danke“ bekommen. Die Media AG der Schule hat sogar extra eine Doku über uns gedreht!

Wie geht es jetzt damit weiter?

Persch: Zurzeit ist das Verfahren nicht im Einsatz, weil es ja nur freiwillige Tests gibt, und die eher vereinzelt. Wenn es wieder gebraucht wird, bin ich aber noch da und werde helfen, es wieder an den Start zu bringen.

Vogt: … wobei wir eigentlich alle hoffen, dass es dazu gar keine Veranlassung mehr gibt.

Alagic: Falls aber doch, geben wir unsere Programmierung aber auch gern an andere Schulen weiter. Gratis natürlich. Für so etwas Hilfreiches wollen wir kein Geld.

Vielen Dank für das ausführliche Interview und viel Freude bei Ihren Urlaubsplänen.

Interview Inka Thaysen

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