Sonntag, 14. August 2022
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E-Motorrad, E-Auto und ein Flugtaxi

E-Motorrad, E-Auto und ein Flugtaxi
Monika Haupt mit einem Elektromotorrad aus ihrem Hause eROCKIT. Foto: bs

Tegel – Erstmalig hat Ende vergangener Woche das Greentech Festival auf dem ehemaligen Flughafen Tegel stattgefunden. Nachhaltigkeit und Nutzung alternativer Energien im Alltag sind das Hauptthema dieses Spektakels für Fachbesucher und Endverbraucher. Pressesprecher Thimo Schwenzfeier betont den Charakter als Festival und nicht als Messe. Etwa 13.000 Besucher machen sich an den drei Tagen zu der etwas entlegenen Fläche rund um den früheren Hangar auf, um bei bestem Sonnenschein den Mix aus Information und Unterhaltung zu genießen.

Zwar fahren auch zwei BVG-Buslinien das Festival an, aber viele Besucher kommen mit dem eigenen Auto und werden auf überfüllte Parkplätze in einer anderen Ecke des riesigen Geländes verwiesen. Elektrische Shuttle-Busse bringen die Gäste zum Festival. Es ist eine Fahrt am Rande des alten Flughafens und auch durch eine Welt von Erinnerungen. Der Geschäftsmann in weißem Hemd schwelgt in vergangenen Erlebnissen: „Da werde ich richtig wehmütig, wenn ich den Flughafen Tegel so sehe.“

Gleich am Eingang steht ein Tiny House. Auf engstem Raum soll ein ökologisch sparsames Leben ermöglicht werden. Ein Besucher aus Singapur ist davon begeistert. Allerdings nicht so sehr aus Nachhaltigkeitsgründen, sondern weil er von der Idee angetan ist, den Standort des Hauses relativ leicht zu wechseln. Es ist viel Englisch zu hören.

Das Greentech Festival wird in Berlin zum vierten Mal veranstaltet. 2019 startete es auf dem Tempelhofer Flughafen, während der zwei Pandemiejahre fand es in kleinerem Rahmen im Kraftwerk Berlin statt. Ex-Rennfahrer Nico Rosberg ist einer der Gründer des Festivals, das dieses Jahr 200 Aussteller nach Tegel brachte.

Gudrun Sack, Geschäftsführerin der Projektgesellschaft für den Umbau des Flughafengeländes, ist begeistert von den Gästen aus aller Welt: „Für die Revitalisierung Tegels könnten wir uns kein besseres Event vorstellen.“ Sabrina Kolb von Audi pflichtet bei. Der Standort sei „spannend“ und ein Beispiel dafür, das etwas „bereits Bestehendes anders weiterverwendet werden kann“, um „daraus Neues zu entwickeln“. Die Idee ist so erfolgreich, dass das Festival dieses Jahr auch noch Station in New York, London und Singapur machen wird.

Das Ticket für die beiden öffentlichen Tage kostete 10 Euro. Dafür bekamen die Besucher Einblicke in E-Mobilität, sparsame Energienutzung aber auch „nachhaltigen Lifestyle“ bei Ernährung und Mode. Besonders das Thema Energienutzung habe durch die Konsequenzen aus dem Ukraine-Krieg an Aktualität gewonnen, wie Pressesprecher Schwenzfeier aufzählte. Im Hangar selbst und draußen auf dem Gelände sind einige Diskussionsforen aufgebaut, in denen Vorträge angehört werden können mit anschließendem Gespräch.

Wer die Mobilitätswende praktisch erfahren möchte, kann von den vielen E-Auto-Ausstellern ein Fahrzeug ausleihen und eine Spritztour auf der früheren Lande- und Startbahn machen. Auch E-Motorräder können ausprobiert werden. Nur das Flugtaxi vom Berliner Startup „NEX“ ist noch nicht startklar. Ein Modell ist zu besichtigen. Wenn es dann in ein paar Jahren fertig entwickelt ist, soll das Gefährt mit umweltfreundlichem Wasserstoff fliegen und neben dem Piloten vier Passagiere transportieren. Es kann dann wie ein Helikopter starten oder wie es der Ingenieur Michael Ewig sagt: „Es kann von jedem Kleingarten losfliegen“.bs

Ein E-Mini präsentiert sein Inneres. Foto: bs

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