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Donnerstag, 21. Oktober 2021
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Es ist 5 nach 12! Wann reagiert die Schulaufsicht?

Es ist 5 nach 12! Wann reagiert die Schulaufsicht?
Im Betreuungsbereich der Otfried-Preußler-Grundschule fehlt es neben Lehrern auch an Erziehern. Die Schulaufsicht und der Senat schweigen bisher. Foto: privat

Heiligensee – An der Otfried-Preußler-Grundschule (OPS) an der Schulzendorfer Straße in Heiligensee fehlen Lehrer und Erzieher. Die Bildung und Betreuung der über 600 Grundschüler geraten dadurch gehörig ins Hintertreffen. Die Gesamtelternvertretung der OPS schaute nun nicht mehr länger zu und schrieb einen offenen Brief an Schulsenatorin Sandra Scheeres und den Leiter der Reinickendorfer Schulaufsicht.

Nicht nur, dass in den ersten sechs Wochen des neuen Schuljahres bereits über 120 Unterrichtsstunden ausgefielen; besonders dramatisch zeigt sich der Lehrermangel in den Unterrichtsfächern Mathematik und Lebenskunde. „Aktuell gibt es für zwei Klassen, davon eine 6. Klasse, keine festen Mathematiklehrer!“, sagt Stephan Kemper, GEV-Vorstand der OPS. Der Lebenskundeunterricht in den 6. Klassen wurde sogar ersatzlos gestrichen.

Die Personalsituation im Hort sieht nicht besser aus: Bereits im vergangenen Schuljahr wies die damalige Schulleiterin Dorothea Ferrarie mehrfach auf die dramatisch schlechte Situation hin. Es fehlten zeitweise mehr als 70 Prozent der Erzieher, so dass Eltern über Wochen die Pausenaufsicht übernahm oder das Mittagessen beaufsichtigten. Ebenfalls stellten Eltern sicher, dass die Kinder zu Schwimmunterricht begleitet wurden.

„Leider haben die Meldungen der Schulleitung damals schon zu keinerlei Reaktionen seitens der Schulaufsicht geführt“, so Kemper. Dass es in diesem Schuljahr genauso schlecht weitergeht, verärgert Eltern und Schulleitung nun um so mehr. Viele Zustände können sie einfach nicht nachvollziehen: Warum musste die OPS 2021 mit einer zusätzlichen 1. Klasse starten, für die keine Lehrer eingeplant waren? „Das konnte niemand von der Schulaufsicht beantworten und die Schule wurde – zwölf Wochen vor Schulbeginn – mit der Suche nach Lehrkräften allein gelassen“, so der Wortlaut im Offenen Brief. Auch wurde die Stelle der ehemaligen Schulleiterin, die zum Ende des Schuljahres 2020/21 in den lang vorher angekündigten vorzeitigen Ruhestand gegangen ist, nicht nachbesetzt, sondern zunächst mit der damals langzeiterkrankten stellvertretenden Schulleiterin kommissarisch besetzt.

Im Betreuungsbereich der Schule sieht es nicht besser aus. Der Engpass beim Hort-Team hat zur Folge, dass der Betreuungsschlüssel zu Stoßzeiten überschritten wird. „Zu guter Letzt gibt es auch noch einen Erzieher, der das Tragen einer Maske bereits im letzten Schuljahr verweigert hat, kein ärztliches Attest vorlegen wollte oderkonnte und ungehindert ein Jahr lang zu Hause bleiben konnte, ohne dass sich die Fachaufsicht – trotz eindringlicher Bitten der damaligen Schulleitung – darum gekümmert hat. Diese Stelle fehlt auch heute noch, da dieser Erzieher nach wie vor das Tragen einer Maske verweigert und auch nicht bereit ist, ein Attest vorzulegen. Eine Nachbesetzung ist so nicht möglich“, so der Vorstand der GEV. Sachen gibt‘s …hb

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