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Donnerstag, 09. Dezember 2021
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1.300 km gerollert

1.300 km gerollert
Foto: Archiv bek
Frohnau – Peter Bartel, inzwischen im 80. Lebensjahr, hat mit seinem Tretroller erneut außer Konkurrenz am Deutschlandlauf teilgenommen und die 1.300 Kilometer von Sylt bis zur Zugspitze gut überstanden. Nach 2017 und 2019 war es die dritte Austragung und bei allen war der Frohnauer dabei.
Am 9. September erreichte das kleine Grüppchen nach 20 Etappen und drei Wochen nach dem Start auf Sylt das Ziel auf der Zugspitze. Von 27 Startern haben 15 alle 20 Etappen überstanden, darunter vier Frauen. Und eine Frau war schneller als alle anderen: Die Österreicherin Angelika Huemer-Toff gewann vor den beiden Franzosen Fabrice Viaud und Lionel Rivoire. Noch schneller war nur Peter Bartel, der Mann mit der Startnummer 00, der knapp 139 Stunden auf seinem Tretroller stand.
Aber es ging nicht um Sieg oder Niederlage. „Wir waren eher eine große Lauffamilie als eine Kampftruppe. Jeder half jedem ohne auf die Nation oder auf die Platzierung zu achten. Wer am Morgen noch fit war, konnte theoretisch am Abend schon zu den Hilfsbedürftigen zählen“, berichtet der Frohnauer, der einst das Ultrateam der LG Nord ins Leben gerufen hatte. Das Wetter auf jeden Fall mitgespielt: „Nur an einem Tag hat es heftig geregnet.“ Und Bartel hat auch wieder für einen guten Zweck gespendet. Nach bewährter Methode hat er zur Eigenmotivation („Bloß nicht aufgeben“) bei jeder Etappe 1 Cent für den 1. km, 2 Cents für den 2. km, 3 Cents für den 3. km etc. angekündigt. „Nach dem Finish konnte ich so 473,87 Euro auf das Konto der ,Friends For Life‘ zur Weiterleitung des Betrages an das ,Kinderhospiz Löwenherz‘ in Braunschweig überweisen.“
Das sportliche Jahr ist für Roller-Peter, wie er sich selber nennt, aber noch nicht vorbei. Zum Berlin-Marathon am 26. September gibt es zwar schon lange keine Startnummern mehr, aber Bartel ist dabei. „Der Mitorganisator Christian Loew hat mir mitgeteilt, dass ich mit meinem Tretroller vor dem sogenannten ,Besenwagen‘ herrollen und die schwächelnden Läuferinnen und Läufer am Ende des Feldes zum Durchhalten anfeuern soll, damit sie nicht in die Begleitbusse verbracht werden müssen. Das ist für mich als Roller-Opa eine große Ehre und offenbar eine Belohnung für mich als immer noch sportlich aktiver 74er Berlin-Marathon-Erststarter.“ bek

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