Ein neuer Stern am Jazzhimmel

Bayer AG stellt auf neuem Musikfestival Newcomer-Talente vor

169
Jazzmusik-Auftritt
Jakob Manz ist ein Virtuose am Saxophon. Vier Musiker bilden das Ensemble „The Jakob Manz Project“. Foto: ks

Wedding/Bezirk – „Alles auf stART!“ lautet das Motto eines neuen Musikfestivals der Bayer AG, das von Mitte April bis Ende Mai stattfindet. Dabei hat die Kulturabteilung des weltweit tätigen Chemie- und Pharma-Unternehmens auch den Nordberliner Standort ins Programm aufgenommen. Das Prime Time Theater in Wedding ist eine der offiziellen Spielstätten. Der Festivaltitel hat eine doppelte Bedeutung. Er ist sowohl die Abkürzung für „State of the Art“, als auch Synonym für einen Neuanfang. „Wir wollen zeitgemäße Kulturförderung in neuer Form anbieten und an mehr Standorten als bisher sichtbar machen“, erläutert Projektleiter Christoph Böhmke. Das Prime Time Theater in unmittelbarer Nachbarschaft zur Weddinger Bayer-Dependance mit seinen rund 5.000 Mitarbeitern sei hier ein idealer Schauplatz. Hochkarätige Konzerterlebnisse sollen die Auseinandersetzung mit neuen Sichtweisen auf Kunst und Kultur ermöglichen, heißt es seitens der Veranstalter.

Eines dieser Erlebnisse stellt Jakob Manz in den Fokus und auf die Bühne des Prime Time Theaters. In einem Konzert am 27. April, in diesen Zeiten ohne Publikum vor Ort, aber dafür live gestreamt, gibt der Newcomer aus dem Schwäbischen eine einstündige Kostprobe seines ganz individuellen Könnens. Der erst Neunzehnjährige bringt nicht etwa Hip-Hop oder Rap zu Gehör, wie bei so vielen seines Alters, sondern modernen Jazz. Hauptsächlich sind dies sogar Eigenkompositionen. Bevorzugtes Instrument ist das Saxophon. Das aus einem musikalischen Elternhaus stammende Talent beherrscht zudem Blockflöte und Schlagzeug.

Trotz seiner Jugend beweist der Musiker bei dem Auftritt viel Routine, Nervosität ist ihm nicht anzumerken. Mit vollem Körpereinsatz spielt er sein Instrument. Zusammen mit den drei Ensemblemitgliedern (Piano, Bass, Schlagzeug) präsentiert er laute und leise Töne. Hier geht es schnell und enthusiastisch zu, dort auch langsam und emotional. „Es ist eine Mischung aus verschiedenen Genres, etwa Rock, Soul und Latin“, beschreibt Manz im Gespräch mit dieser Zeitung. Zwar sei immer ein Rahmen gesetzt, bestimmendes Element wäre jedoch die Improvisation, analysiert er weiter.

Der Ausnahme-Saxophonist, der schon diverse internationale Auftritte und ein Album vorweisen kann, bekommt viel Anerkennung von Fachkritikern. „Außerordentliche Musikalität, tolles Blues-Feeling und erstaunliches Harmonieverständnis“ attestiert ihm etwa Klaus Graf, renommierter Bandleader und Professor für Jazz-Saxophon an der Musikhochschule Nürnberg. Auf weitere Auftritte und Veröffentlichungen darf das Publikum gespannt sein.

Apropos Publikum: Ob das im Rahmen des stART-Festivals für den 17. Mai angekündigte Konzert von Olivia Trummer und Hadar Norberg*, eine Melange aus Jazz und orientalischer Musik, wie geplant an selber Stelle stattfinden kann, stand zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht fest. ks

[*Anm. d. Online-Redaktion vom 12.05.2021: Das Konzert findet vorerst nicht statt.]