Welpenhandel: Noch keine berlinweite Lösung

Bezirk für gemeinsame Strategie gegen illegalen Welpenhandel

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Hund
So klein und schon illegal ...

Bezirk – Sie sind klein und extrem süß, doch nicht immer gelangen sie auf legalem Weg zu ihre künftigen Besitzern. Viele Hundewelpen werden in Osteuropa als „Massenprodukt“ gezüchtet und ohne Impfung, Papiere und Chip illegal nach Deutschland und auch nach Reinickendorf gebracht. Im vergangenen Jahr waren es 28 – das ist die offizielle Zahl. Davon wurden 25 Welpen online über eBay- Kleinanzeigen angeboten.

Bei nur drei Fällen wurden im Reinickendorfer Veterinäramt eigenständige weitergehende Recherchen durchgeführt; so lautete die Antwort auf eine Anfrage des Tierschutz-Experten der CDU-Fraktion Reinickendorf, Björn Wohlert. Daraufhin kritisiert er, dass keine systematischen Recherchen und keine Scheinkäufe aufgrund tierschutzrechtlicher Verstöße auf Online-Plattformen stattfinden würden. Dem widerspricht Ordnungsstadtrat Sebastian Maack (AfD): „Das Veterinäramt Reinickendorf beobachtet fortlaufend die einschlägigen Anzeigenportale und schreitet ein, wenn eine Anzeige verdächtig erscheint. Dadurch konnte ich den illegalen Handel ganz gut aus Reinickendorf verdrängen, aber eben berlinweit nicht reduzieren. Die Händler sind einfach auf andere Bezirke ausgewichen.“

Sie inserieren die Welpen oftmals in einem Bezirk und verkaufen dann in einem anderen. Die Beobachtung der Anzeigen und die Überprüfung des Verkaufs fallen somit in verschiedene Zuständigkeiten – die Abstimmung zwischen zwölf Bezirksämtern ist nach wie vor schwierig und langwierig.

Björn Wohlert kritisiert weiter: „Der Ordnungsstadtrat stellt seine Bemühungen für eine berlinweite Zusammenarbeit gegen den illegalen Welpenhandel ein. Da auch der rot-rot-grüne Senat keine Initiative ergreift, wird in dieser Legislaturperiode voraussichtlich kein bezirksübergreifendes Meldesystem geschaffen.“ Wohlert und der Reinickendorfer Tierschützer Stefan Klippstein hatten mehrfach einen besseren Datenaustausch zwischen den Veterinär- und Ordnungsämtern sowie der Polizei gefordert.

Maack wünscht sich solch eine Lösung und wurde auch tätig: „Ich habe zusammen mit Tierschützern, der Polizei und dem Veterinäramt ein Einsatzkonzept ausgearbeitet, wie Welpenhändler gestellt und geahndet werden können und habe dieses in Reinickendorf auch erfolgreich umgesetzt. Eine zentrale Stelle bei der Polizei oder einem der Ordnungsämter könnte zudem alle Internetportale überwachen, die Strukturen der Händlerringe analysieren und dann auch gegen die Hintermänner vorgehen. Da das Thema auf politischer Ebene in der Stadt leider keine Rolle spielt, habe ich zwei Anläufe unternommen, in den Bezirksstadträterunden eine Zentralisierung einzuführen.“ Damit sei er allerdings beide Male gescheitert.

Da die Legislaturperiode in sieben Monaten endet, würde es aus seiner Sicht jetzt keinen Sinn machen, noch einen dritten Anlauf zu unternehmen. „Ich habe deshalb erklärt, dass ich diesen dritten Anlauf erst in der nächsten Legislaturperiode angehen werde. Natürlich unter der Voraussetzung, dass ich bei der Verteilung der Ressorts im Bezirksamt die Verantwortung für das Ordnungsamt behalten werde. hb