Sehnsucht nach dem U8-Tunnel

Die Verlängerung der U8 ist erst einmal auf Eis gelegt

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U-Bahn-Schacht
Das Foto zeigt das „tote“ Ende des U8-Schachtes, aufgenommen durch die Frontscheibe der U-Bahn. Foto: bs

Märkisches Viertel – Mit der Verlängerung der U8 ins MV wird es – vorerst – nichts. Aus dem Hause der Verkehrssenatorin kam am 16. Februar ein Nein zu den Plänen der U8-Verlängerung.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie der BVG im Auftrag des Senats wurden die Verlängerungen von vier U-Bahnstrecken in Berlin untersucht. Für die beiden Enden der U7 gab es grünes Licht, den Weiterführungen der Strecke der U8 sowie der U6 wurde ein Riegel vorgeschoben. Für die U7 soll dagegen nach dem Willen der Verkehrssenatorin eine Kosten-Nutzung-Untersuchung (KNU) in Auftrag gegeben werden.

Ein Argument der Machbarkeitsstudie gegen die U8 lautet: Bei der U7 würden 35.000 bis 40.000 Fahrgäste täglich zu erwarten sein, bei der U8 nur 25.000. „Die Zahlen möchte ich nicht in Abrede stellen“, sagt Ulf Wilhelm (SPD), Umweltausschussvorsitzender der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf. Wilhelm weiter: „Aber ich bin enttäuscht über die Senatsvorlage zum Thema Machbarkeitsstudie. Ich hätte mir an dieser Stelle gewünscht, dass wir uns nicht allein um die U7 kümmern, sondern, da auch der Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen gerade noch einmal angemahnt hat, dass zu wenig Mittel des Bundes zur Gemeindeverkehrsfinanzierung ausgegeben werden, dass das Land offensiver rangeht und nicht nur für die U7 eine Kosten-Nutzung-Untersuchung einleitet.“ Neben dem U7-Verlängerungsprojekt sei nach Wilhelms Auffassung auch eine Nutzen-Kosten-Untersuchung für die U8 zu erstellen, um zu checken, ob eine Förderungsmöglichkeit durch den Bund gegeben ist, „um dann alles weitere einzuleiten, um endlich die Sehnsucht dieser Großsiedlung zu befriedigen, dass wir bis ins Märkische Zentrum und vielleicht sogar bis zur Heidekrautbahn einen vernünftigen Schnellbahnanschluss im Märkischen Viertel schaffen.“ ajö