Waldseeviertel: Es holpert weiterhin

Viele offene Fragen im Waldseeviertel

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Die Schildower Straße birgt viel politischen Zündstoff. Foto: Sabine Strauss

Bezirk – Am 25. Februar lud das Bezirksamt zu einer digitalen Bürgerversammlung zum Thema „Verkehrslenkung im Waldseeviertel“ ein. Um eine Verkehrsberuhigung im Hermsdorfer Waldseeviertel herbeizuführen plante das Bezirksamt ein Einbahnstraßensystem einzuführen. Noch bevor die digitale Versammlung stattfand, gründete sich neben den zwei schon bestehenden Bürgerinitiativen eine dritte, die „Bürgerinitiative gegen Durchgangsverkehr in Wohnvierteln“. Diese von Malte Schümann organisierte Initiative hält von einem Einbahnstraßensystem zur Entlastung der Schildower Straße nichts.

Anwohner halten dem Vorschlag entgegen, dass die abgehenden Nebenstraßen aufgrund ihrer Enge nicht geeignet seien, den Pendlerverkehr aufzunehmen. Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) zieht ihren Schluss aus der digitalen Versammlung vom 25. Februar.

„Die Situation im Waldseeviertel ist schwierig“, stellt sie fest und trifft damit den Nagel auf den Kopf. „Ich wollte unbedingt mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber ins Gespräch kommen und ihnen darlegen, was wir bereits tun konnten, mit wem wir im Gespräch sind und welche Möglichkeiten es für den Bezirk überhaupt noch gibt, um den Durchgangsverkehr in der Schildower Straße zu reduzieren. Das wären nämlich Einbahnstraßen, die die viel kleineren Anwohnerstraßen rund herum aber deutlich stärker belasten würden. Das sehe ich kritisch […]. Die Beiträge in der Versammlung haben ein Einbahnstraßensystem durchweg abgelehnt und meine Einschätzung damit bestätigt“, so Schultze-Berndt.

Und wie geht es jetzt weiter? Das Bezirksamt werde auch weiterhin in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Glienicke und dem Landkreis Oberhavel nach Lösungen für eine verbesserte Verkehrslenkung suchen.

In einer Mitteilung der Initiative von Malte Schümann hieß es zur angedachten Einbahnstraßenlösung: „Es sind Maßnahmen der Verkehrsreduzierung, nicht die der Verkehrsverteilung nötig, wir halten die angedachten Maßnahmen für ein Beispiel von eklatantem Politikversagen.“

Eins ist deutlich: Im Waldseeviertel wird es noch eine ganze Weile brodeln.

red