Die Pandemie zwingt viele in die Knie

Tegel als lebendigen Handelsstandort zu erhalten geht nur mit gesunden Einzelhandel

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T-Shirt mit Slogan
Sorgen um den Handel Foto: ECE

Bezirk – „Von einigen unserer Mieter hören wir, dass sie zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten geraten und einen anhaltenden Lockdown nicht mehr lange durchhalten können“, berichtet Peer Hamann, Center Manager der Hallen am Borsigturm. „Dann kann es auch bei uns zu einer Zunahme von Insolvenzen und Geschäftsaufgaben kommen – und damit auch zum Verlust von Arbeitsplätzen und einer weniger lebendigen Handelswelt.“

Die Frage, wie viele Geschäftsaufgaben es bereits in Reinickendorf gebe und wie hoch die Arbeitslosigkeit im Bezirk sei, konnte Wirtschaftsstadtrat Uwe Brockhausen nicht beantworten. Seine Hauptaufgabe sieht er lediglich darin, die lokalen Unternehmen regelmäßig über die vielen Förderprogramme zu informieren. „Auch existieren auf bezirklicher Ebene keine eigenen Förderprogramme zur Überwindung der Wirtschaftskrise.“

Große Hoffnung sieht er jedoch im Bereich Tourismus: „Auch in diesem Jahr können wir mit Mitteln aus den Einnahmen der City Tax geeignete Projekte mit besonderem touristischem Bezug initiieren, mit dann auch hoffentlich positiven Auswirkungen auf die lokalen Bereiche des Handels, der Hotellerie und Gastronomie.“ Ferner wurden keine konkreten Unterstützungskonzepte für „angeschlagene“ Einzelhändler, Gastronomen und Firmen zur Wiedereröffnung genannt.

Ganz anders steht dazu Peer Hamann: „Wir arbeiten gemeinsam mit den Eigentümern unseres Centers an geeigneten Lösungen zur Unterstützung und Entlastung der Mieter. Dazu werden wir für die meisten Mieter, die ihre Läden aufgrund der behördlichen Vorgaben derzeit nicht öffnen dürfen, die Kaltmiete für den Zeitraum der Schließungen um die Hälfte reduzieren.“

Mit dem Ziel, auf die drohenden Auswirkungen eines andauernden Lockdowns auf den Einzelhandel und die Innenstädte aufmerksam zu machen und für eine sinnvolle und verantwortungsvolle Strategie zur baldigen Wiedereröffnung der Geschäfte zu werben, wurde gemeinsam mit namhaften Unternehmen die Initiative „Rettet unsere Läden jetzt!“ gestartet.

Laut der Homepage der Investitionsbank Berlin wurden aktuell insgesamt 19.300 von insgesamt 28.000 Anträge auf Novemberhilfe ausgezahlt – nach zwei Monaten. Und die anderen? Obwohl grundsätzlich die Auszahlung der beantragten Fördermittel den jeweiligen Förderinstitutionen obliegt, können sich Reinickendorfer Unternehmen mit sämtlichen unternehmerischen Fragestellungen an die bezirkliche Wirtschaftsförderung (Herr George, Tel.: 90294-5670, Mail: wirtschaftsberater@reinickendorf.berlin.de) wenden.

dsd

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