Im eigenen Auto zur Impfung

Drei Reinickendorfer haben den Piekser erhalten

396
Mann mit Mund-Nasen-Maske
Edmund Andraj gehört zu den ersten Geimpften. Foto: kbm

Bezirk – Seit Ende des letzten Jahres steht der lang erwartete Impfstoff gegen Sars-CoV-2 auch in Berlin zur Verfügung. Nachdem erst die mobilen Impf-Teams in Seniorenheimen unterwegs waren, flatterten zum Jahresanfang die Einladungen zur Impfung mit einem Terminbuchungscode in die Briefkästen von über 80-Jährigen. Klug, wer schnell handelte und den Hinweis „zeitnah“ für die Buchung der zwei Impftermine (im Abstand von bis vier Wochen) beherzigte.

Einer der Ersten war der Lübarser Fachanwalt für Medizinrecht Volker Loeschner, der seine 92-jährige Mutter Ilse sofort für die Arena in Treptow anmeldete. Der Heiligenseer Edmund Andraj und die Hermsdorferin Edeltraud Junker meldeten sich am 19. Januar und erhielten Termine für den 29. Januar und 19. Februar. Senioren, die verzögert für die Buchung reagierten, bekamen Ersttermine für den März.

Edmund Andraj hatte Glück: Er wurde am 6. Januar gegen eine andere Krankheit geimpft, die aber der Corona-Impfung nicht im Wege stand. Für die Buchung ist ein QR-Code wichtig. Für Impfwillige, die nicht so firm mit dem Computer sind, können Angehörige oder Bekannte bei der Terminbuchung helfen oder auch zum Impfzentrum begleiten.

Jeder Impfwillige erhält das Angebot, für die Fahrt zum Impfen Taxi-Gutscheine zu erhalten. Auf Wunsch gibt es auch Shuttle-Fahrzeuge mit Trennscheiben. Während Ilse Loeschner im Taxi fuhr, entschieden sich die beiden anderen Gesprächspartner aber aus Vorsicht gegenüber fremden Kontakten für eigene Anfahrten.

Edmund Andraj chauffierte selbst mit seinem Oldtimer Mercedes 230-Pagode und Edeltraud Junker wurde von ihrem Ehemann gefahren. Weil die Platzkapazitäten mangels ausreichendem Impfstoff nicht ausgenutzt sind, durfte Bernd Junker seine Frau sogar in das Impfzentrum begleiten, nachdem beide die Fieberkontrolle bestanden hatten. Er lobte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, die den Impfvorgang auch vor Ort perfekt organisiert habe.

Ein Impftermin dauert 1 bis 1,5 Stunden und wird von einer höflichen und kompetenten Betreuungsriege von jungen Menschen begleitet, die sämtliche Schritte überwachen und die Ergebnisse per Tablet festhalten. Vor der eigentlichen Impfung erfolgt eine Beratung mit Informationen zu möglichen Nebenwirkungen sowie Empfehlungen zum richtigen Verhalten nach der Impfung.

Um akute Erkrankungen und Allergien auszuschließen, wird eine kurze, symptombezogene Untersuchung durchgeführt. Edmund Andraj hatte ein Brötchen sowie eine Wasserflasche im Rucksack mit dabei. Da er die maximal erlaubte Gepäckgröße (Höhe 35, Breite 25, Tiefe 15 cm) eingehalten hatte, durfte er sein Picknick mit in das Impfzentrum nehmen.

Die zweite Impfung werden die Interview-Partner auch genau wie alle anderen Reinickendorfer über 65 Jahre in anderen Bezirken erhalten, denn im neuen Impfzentrum im ehemaligen Flughafen Tegel soll der Impfstoff der Firma „Astrazeneca“ verwendet werden, der vorerst nur für die Personengruppe unter 65 Jahren zugelassen ist. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos. kbm