Hilfe durch Trommeln

Kibria Zaman-Horn unterstützt Bangladesch

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Menschen mit Schild in der Hand vor einem Gebäude
Die Sonderanfertigung eines Fahrrades wurde an Frau Alea Begum übergeben. Fotos (2): privat

Hermsdorf – Der Musiker Kibria Zaman-Horn lebt seit fast 50 Jahren in Berlin und hat hier seine zweite Heimat gefunden. Mit seiner Großfamilie, der Ehefrau und den Familien der beiden Kinder lebt er in einem Hermsdorfer Haus. Seit Jahren spielt er in seiner Freizeit Percussion in verschiedenen Formationen, auch bei der „Fête de la Musique“. Seitdem er seine Heimat Bangladesch während des Krieges zwischen Ost-Pakistan und West-Pakistan verlassen hat, möchte er mit seinen Mitteln helfen. Ost-Pakistan hat 1971 zwar nach dem Eingreifen Indiens den Krieg gewonnen und damit die Unabhängigkeit sowie die Gründung des unabhängigen Staates Bangladesch erreicht, aber die Not ist geblieben. Kibria, genannt Raj, unterstützt aus Hermsdorf die dortige Hifsorganisation „Light of Hopes Youth Foundation“ durch Benefiz-Trommelkurse und Workshops. Die RAZ besuchte den Musiker.

Wofür steht die „Light of Hopes Youth Foundation“?

„Licht der Hoffnung“ unterstützt Waisenkinder und Straßenkinder. Kinder, die nicht selbst für sich sorgen können, sollen nicht betteln müssen, um Nahrung zu erhalten, um überleben zu können.

Herr Zaman-Horn, wie sieht es jetzt aus in Bangladesch?

Seit der Ausbreitung des Corona-Virus sind auch wegen der schlechten hygienischen Verhältnisse sehr hohe Ansteckungszahlen gemeldet, der Monsun vom Herbst hat noch mehr Leid gebracht.

Wer ist am schlimmsten betroffen?

Die Kinder ohne Eltern brauchen dringend Hilfe, besonders die Straßenkinder, die keine Verwandten haben.

Wie kann geholfen werden?

„Die Organisation „Light of Hopes“ beschafft vor Ort das, was am dringendsten benötigt wird.

Was ist das?

Nahrungsmittel, Medikamente, im Sommer Moskitonetze, jetzt im Winter nach dem starken Monsun auch Decken.

Was wird am dringendsten gebraucht?

Die Organisation hat gerade wegen der Kälte dringend benötigte Decken für die Kinder des Waisenhauses in Alt-Dhaka verteilt.

Unicef engagiert sich jetzt auch in Bangladesch.

Unicef hilft in den großen Einrichtungen, wie dem Rohingya-Flüchtlingscamp. Dort leben ganze Familien in Camps, insgesamt 850.000 Menschen in provisorischen Hütten. „Light of Hopes“ hilft direkt an vielen Orten und schnell, speziell den Kindern.

Gibt es auch andere Hilfefälle wegen Corona?

Ja, „Light of Hopes“ hat zum Beispiel im letzten Jahr einer alten Frau geholfen, deren Sohn an einer Corona-Infektion gestorben ist. Er war ihr Ernährer und hatte für sie die Handelsware Kleidung mit dem Fahrrad zu ihrer Stelle am Straßenrand gebracht, an der sie sie zum Verkauf anbietet.

Wie kann eine Organisation den Sohn ersetzen?

Man kann ihn nicht ersetzen, aber damit sie sich allein ernähren kann, wurde für Alea Begum in der Stadt Chitagong ein Spezial-Transport-Fahrrad mit einem abschließbaren Käfig für die Ware konstruiert, mit dem sie die Ware transportieren und aufbewahren kann.

Das sind schöne Beispiele für direkte Hilfe vor Ort. Wie helfen Sie?

Bisher habe ich getrommelt und dabei Geld in der Spendenbüchse gesammelt. Wegen des Lockdowns muss ich jetzt leider pausieren, aber meine Trommel-Gäste und andere Unterstützer spenden jetzt bargeldlos. Dafür habe ich als guten Vorsatz zum Jahresbeginn ein Spenden-Konto bei der Postbank beantragt. Da es eine ausländische Hilfsorganisation ist, wurde das Konto auf den Namen „Kibria Zaman-Horn“ Kennwort „Light of Hopes“ eingerichtet. Konto-Nummer DE 91 1001 0010 0515 5661 36.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview Karin Brigitte Mademann

Spenden-Übergabe im Waisenhaus Alt-Dhakar / Foto: privat