Humboldt-Klinikum unter Corona-Quarantäne

Vermehrtes Auftreten der Virusvariante: Tests, Untersuchungen und Kontaktverfolgung laufen auf Hochtouren

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Coronaviren
Symbolbild

Borsigwalde – Das Vivantes-Humboldt-Klinikum ist für die Aufnahme neuer Patienten, für ambulante Diagnostik und für ambulante Eingriffe gesperrt: Es wurde mit dem 22. Januar, 24 Uhr, für Neuzugänge geschlossen. Damit reagierte das Reinickendorfer Gesundheitsamt auf die steigende Zahl von Infektionen mit der britischen Corona-Mutation B.1.1.7. Routinescreenings in der Station für Innere Medizin und Kardiologie ergaben positive Nachweise zunächst bei 14 Patienten sowie sechs Mitarbeitenden – mit Stand Freitag, 23.01. Am Sonntag seien mindestens 20 neue Corona-Infektionen festgestellt worden, sagte Amtsarzt Patrick Larscheid dem rbb. Ob es sich dabei auch um die offenbar ansteckendere Mutation von Covid-19 handelt, muss noch geklärt werden.

Das Gesundheitsamt hatte am Freitag das Robert-Koch-Institut (RKI) um Amtshilfe gebeten, um gemeinsam den Ausbruch zu untersuchen. Reinickendorfs Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen: “Die vorsorgliche Schließung des Humboldt-Klinikums ist eine sehr sorgfältig getroffene Entscheidung.” Der Bezirk habe sich Samstag noch einmal mit der Gesundheitssenatorin und dem Vorstand von Vivantes verständigt “und alle Beteiligten sind sich einig, dass es in dieser Situation notwendig und richtig ist. Alle arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, die Untersuchungen voranzutreiben, Kontakte nachzuverfolgen und die weitere Ausbreitung möglichst einzudämmen.“ Entsprechend intensiv werde im Augenblick im Krankenhaus auf das Corona-Virus getestet.

Der Zugang zum Klinikum ist mit der Quarantäne des Hauses verschärft, selbst Liefer- und Handwerkerdienste haben vorerst keinen Zutritt mehr. Notfallpatienten kommen in anderen Krankenhäuser. Mitarbeitende dürfen nur auf direktem Weg zwischen Krankenhaus und ihrem Zuhause pendeln. Der Vivantes-Konzern organisiert einen Shuttleservice und Einkaufsdienste für die Betroffenen:

Bereits am 20. Januar hatte das Bezirksamt darüber informiert, dass im Humboldt-Klinikum ein Routinescreening bei vier Patienten und Patientinnen sowie bei zwei Personen aus dem Personal einen positiven Corona-Testbefund mit Ansteckung durch die Covid-Virusvariante des Typs B.1.1.7 aus Großbritannien ergeben hatte. Der erste Fall mit diesem Corona-Typus innerhalb der Berliner Landesgrenzen war am 8. Januar vermeldet worden.