Sprayer ziehen U6-Notbremse und attackieren Fahrer

Mund-Nasen-Maske des 57-Jährigen verhinderte wohl Schlimmeres

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Polizeiauto
Symbolbild

Tegel/Reinickendorf – Zu einem Vorfall mit einer mehrköpfigen Personengruppe ist es in der Nacht (zum 20. Januar) in der U6 Richtung Kurt-Schumacher-Platz gekommen. Jemand im letzten Waggon zog gegen Mitternacht an der Station Otisstraße die Notbremse. Der 57-jährige Fahrer stieg daraufhin aus und entdeckte etwa 15 bis 20 Personen, die die beiden hinteren Wagen großflächig besprühten; zwei sprühten auch ihm Farbe ins Gesicht, der durch Brille und Maske unverletzt blieb, sich in seinen Triebwagen rettete und die Polizei verständigte.

Einsatzkräfte konnten zwei mutmaßliche Täter, 24 und 25 Jahre, in der näheren Umgebung festnehmen – sie hatten frische Farbspuren an Händen und Kleidern. Einer hatte zudem Spraydosen und mehrere Schlüssel bei sich, die mutmaßlich einen Zugang zu Anlagen der BVG und der Deutschen Bahn AG ermöglichen.

Unterdessen wurden am Eingang des U-Bahnhofs sowie an einer nahegelegenen Brücke weitere gleichartige Graffitis angebracht; ein Zusammenhang wird nun geprüft. Bei einer von der Staatsanwaltschaft angeordneten Durchsuchung fanden die Polizisten weiteres Beweismaterial. Die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung sowie Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen hat das für Graffiti zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes übernommen.