Eine Portion Kraft: „Woodys“

Über außergewöhnliche Schutzengel

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Da schaut er, der Woody in vierfacher Ausführung. Foto: privat

Hermsdorf – Gerade in der kühlen, düsteren Zeit des Jahres freut sich jeder über eine kleine Aufmerksamkeit und eine Portion Kraft. Mit seinen „Woodys“ möchte Kai Schumann genau das weitergeben: „Auf die Idee, individuelle Figuren als Schutzengel zu schnitzen, bin ich in Schweden gekommen. Ein Museum stellte kleine Bäume mit einer Krone aus Baumrinde aus – sie wirkten lebendig, wie Waldgeister“, berichtet er.

Nach diesem Vorbild erweckt er inzwischen selbst Holz zum Leben, zaubert ihm Gesichtszüge und Gliedmaßen. „Für einen Woody brauche ich nur etwas Baumrinde, ein paar Sägen, einen Handbohrer und Pfefferkörner für die Augen. Auf Holzsuche im Wald gehe ich selbst, oder Freunde und Familie bringen mir welches mit. Am liebsten arbeite ich mit Sanddornholz – frisch von der Ostsee“, erzählt der Hobbykünstler.

Mittlerweile sind die Figuren schon so beliebt, dass Schumann sogar Porträt-Woodys per Foto-Vorlage herstellt – mit passenden Haaren oder zum Beispiel einer Brille. Die meisten Fertigungsanfragen bekommt er von Freunden und Familie, aber auch von Gästen und Pflegern im Hermsdorfer Hospiz: Dort lebt der gelernte Handwerksmeister, der trotz schwerer Erkrankung eine Mission hat: „Jeder Woody gibt mir einen Lebenstag mehr. Beim Schnitzen lasse ich meine Kraft in ihn hineinfließen und er überbringt sie dann seinem neuen Besitzer.“

Damit nicht genug: Die Einnahmen, die Schumann erzielt, gehen an das Hospiz: „Es ist meine Art ‚danke‘ zu sagen. Einer meiner Herzenswünsche wäre es deshalb auch, jemanden zu finden, der weiter Woodys schnitzt, wenn ich meinen letzten Tag erlebt habe.“ Etwas, das bleibt. Am Hospizeingang gibt es das schon. Einige von Schumanns Woodys zieren ihn. Sie werden beleuchtet, wenn es dunkel ist.

Annalena Punger


Ein normaler Woody kostet 20 Euro, eine Fertigung nach Porträt 50

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