Santa Ecky: Biker mit Herz

Weihnachtsmann setzt seinen guten Ruf für Soziales ein

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Biker mit
Santa Ecky (2.v.r.) mit seinen Bikerfreunden beim Spendeneinsammeln. Foto: dsd

Frohnau – Jeder weiß: Der Weihnachtsmann hat viele Doppelgänger, trägt einen weißen Rauschebart und fährt einen stylischen Schlitten. Nicht aber Santa Ecky, der fährt gerne Motorrad. Statt einer Heeresschar an Wichteln, Elfen und Kobolden, die ihm bei seinen Vorbereitungen helfen, hat er seine Bikerfreunde, die ihm das ganze Jahr bei seinen vielen sozialen Aktionen unterstützen.

Eckehard Schulz ist seit vielen Jahren die Adresse in Reinickendorf für Sachspenden. So startete er auch dieses Jahr im Oktober voll durch und sammelte für sozial schwache Mitmenschen, Obdachlose, Rentner und Kinder. Sogar abgeholt wurden die Sachspenden von seiner 2010 gegründeten Initiative „Die Freunde der Straße Berlin/Brandenburg“ und so kamen dieses Jahr für die Abholer Jürgen und Ecki fast 3.000 Kilometer zusammen. „Ohne unsere vielen Sponsoren hätten wir nicht gewusst, wie wir alles lagern und transportieren sollen“, bedankt sich der 64-jährige Reinickendorfer, der mit neun Kleintransportern Sachspenden an die Arche in Hellersdorf, Robin Hood, Franziskaner Kloster in Pankow und vielen anderen Kleiderkammern liefern konnte.

„Leider kann ich dieses Jahr die Kinderaugen nicht zum Leuchten bringen, denn das Risiko einer Infektion der sterbenskranken Kinder mit dem Virus wäre unverzeihlich“, erklärt traurig der bekannteste Weihnachtsmann Reinickendorfs, der 2019 sogar in einer Werbung von McDonalds zu sehen war.

Vor vier Jahren rief der Mann mit echtem Rausche­bart die jährliche Aktion „Santa Ecky kommt …“ für das Kinderhospiz der Björn Schulz Stiftung ins Leben. Bei einer kleinen internen Weihnachtsfeier der Kindertrauergruppe durften sich die Kinder etwas Außergewöhnliches wünschen. Durch die Corona-Maßnahmen sind viele Weihnachtsaktionen weggefallen, das bedeutet für den Weihnachtsmann aus Leidenschaft einen immensen Spendenverlust.

„Es bedeutet mir mehr, wenn mir jemand 10 Euro spendet, der wenig hat, als wenn ein Geschäftsmann nur bereit ist, viel zu spenden, wenn er eine Spendenquittung erhält“, berichtet Santa Ecky. Auf Facebook bittet er mit seinem Post „Wir können nicht dem Leben mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“ um Spenden für das Kinderhospiz.

Traurig ist er auch, dass er die Schwestern des DRK-Krankenhauses in Mitte, wo er vor anderthalb Jahren liebevoll gepflegt wurde, nicht mit einem Schokomann beglücken kann. „Aber ich werde es mir nicht nehmen lassen, die Residenzstraße rauf und runter zu laufen und kleine Gaben zu verteilen.“ dsd