Von Anfangsgedanken bis Zustellung

Recherche, Texten, Layout, Lektorat und vieles mehr: Hinter den Kulissen der RAZ passiert täglich jede Menge

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Redaktionsräume
Ein Bild von vor der Corona-Pandemie: So arbeiten die Redakteurinnen und Redakteure, wenn sie nicht – wie jetzt – meist in Home Office sind. Fotos: Daniel Isbrecht

Wie entsteht eigentlich eine Zeitung wie die Reinickendorfer Allgemeine? Welche Arbeitsschritte sind nötig, um unseren Fuchsbezirk regelmäßig über News, Termine, Tipps und Hintergründe zu informieren, wer arbeitet wann woran und wie greifen alle Gewerke der RAZ ineinander? Um diese Fragen zu beantworten, springen wir zuerst einmal ganz an den Anfang der Zeitungsgeschichte: denn bevor es überhaupt an die Ausgestaltung einer Heftnummer gehen kann, ist ein Gesamtkonzept nötig. Das liefert das Selbstverständnis, die Sortierung durch die verschiedenen Rubriken und inhaltlichen Bestandteile. Daraus ergibt sich unter anderem wie etwa die Themenfindung und -gewichtung ausfallen können, welche Sonderthemen infrage kommen, was für Normen es bei Texten und in der grafischen Bearbeitung zu beachten gibt, wie Fotos beschaffen sein sollten und so weiter. Die Mediadaten liefern unterdessen die Basis für Anzeigenpreise und -platzierungen.

Innerhalb dieses Rahmens wird dann für jede Ausgabe ein sogenannter Seitenplaner angelegt. Darin sind Plätze für Werbung und redaktionelle Texte gekennzeichnet. Die Redaktion beschließt, welches Thema sie wo wie umfangreich einbringen möchte, die Anzeigenabteilung weiß, welche Flächen Kundinnen und Kunden zur Verfügung stehen. Weil die RAZ ein allein anzeigenfinanziertes Medium ist, sind beide Arbeitsbereiche – natürlich unter strikter Trennung – wichtig und zu berücksichtigen.

Jede Menge Themen

Ebenfalls im Vorfeld, manchmal Wochen oder gar Monate, findet die langfristige Themenplanung statt. Besonders für die umfangreicheren Titelthemen sind oft viel Recherche und mehrere Interviewtermine nötig, so dass alles rechtzeitig festgelegt werden muss. Die Redaktionsleitung erarbeitet bereits erste Details und entscheidet, wer welches Thema schließlich umsetzt. Oft kommen dabei freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Zug, die sich tief einarbeiten. Die Ergebnisse zu koordinieren, ist dann aber wieder Aufgabe der Redaktionsleitung im Verlag, denn sie steht für die Inhalte der Zeitung gerade. Neben Beiträgen, die aus Inspiration und Wissensdurst entstehen, gibt es auch solche mit Zeit- und Terminbezug. Täglich erreichen die RAZ dazu hunderte E-Mails: Pressemitteilungen, Leserbriefe, Einladungen, Gewinnspielteilnahmen und, und, und. Auch das Internet liefert stündlich nur mit viel Weitblick und Erfahrung überschaubare neue Inspirationen. Da ist die Auswahl oft gar nicht so leicht und braucht Zeit und viel Einschätzungsgabe.

Aus Text wird Artikel

Texte fließen bei der RAZ aus vielen verschiedenen Reporter-Federn. Dazu werden entweder Fotos gleich mitgeliefert, oder aber das Team muss passende Motive heraussuchen, zum Beispiel aus dem eigenen Archiv. So oder so, oft muss die Grafikerin die Abbildungen noch bearbeiten, damit sich am Ende ein attraktives Gesamtbild ergibt. Einen Großteil der Layout-Arbeit macht der Seitensatz aus, also das Zusammentragen und Aneinander-Anpassen von Texten und Bildern zu Artikeln. Geht sich etwas partout nicht aus, müssen die Redakteure schnell anpassen, kürzen, verlängern, aussortieren.

Ab in die Presse

Sind am Ende alle Seiten als Dateien fertig – Texte, Fotos, Untertitel, Bildrechte, Anzeigen, Impressum, Rätsel et cetera – wird lektoriert. Manchmal schlüpft durch die Korrektur, die zugunsten der Aktualität immer kurz vor Druck erfolgt, zugegeben, auch mal etwas durch. Montagabends dann macht sich der riesige Gesamtdatensatz auf den digitalen Weg nach NRW. Als ‚Mann des Drucks‘ ist es Herausgeber Tomislav Bucec sehr wichtig, die hohe Qualität der Zeitung sicherzustellen, etwa, dass die Farbe beim Blättern nicht auf den Händen landet. Daher ist die Rheinisch-Bergische Druckerei GmbH in Düsseldorf mit der Umsetzung betraut. Dort läuft die RAZ dienstags durch die Pressen, mittwochs holt die Spedition Dachser sie vor Ort ab und bringt sie bis Donnerstag nach Berlin. Dort wiederum sorgt das Unternehmen ZAR Zustellagentur Reinickendorf GmbH für die Verteilung an die 400 Auslagestellen. All diese Prozesse muss das RAZ Team im Übrigen weit im Voraus planen und und immer wieder individuell – je nach Volumen der Zeitung – neu beauftragen.

Unterdessen im www

Während die Print-Ausgabe analog Form annimmt, geschieht Gleiches auch im virtuellen Bereich: Die Beiträge der RAZ müssen fürs donnerstags publizierte E-Paper auf raz-zeitung.de – und damit auch für die RAZ App – optimiert und, etwa für Veröffentlichung in den Sozialen Medien, eingeplant werden. Die Online-Redaktion moderiert außerdem Kommentare und Anfragen, behält die digitale Nachrichtenlage im Blick und hält die Website insgesamt aktuell.

Alles in allem ist jede RAZ ein umfangreiches und komplexes Gesamtwerk, das viel Planung, Verbundenheit mit den lokalen Geschehnissen, hohe Konzentration und Weitblick erfordert. Umso mehr freut sich das Team über Komplimente, aber auch über jede Kritik, die das gelebte und geliebte Projekt voranbringt.