Erster Spatenstich für Heidekrautbahn

Zeremonie in Wilhelmsruh live ins Internet übertragen

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Bahngleise
Symbolbild

Pankow/Märkisches Viertel – Auch in Reinickendorf wird sie von vielen herbeigesehnt: die Reaktivierung der Heidekrautbahn im Norden Berlins bis nach Brandenburg. Heute sind die Bauarbeiten dazu mit dem symbolischen ersten Spatenstich am Bahnhof Wilhelmsruh gestartet, der per Livestream zwischen 9.30 und 10.30 Uhr auch ins Internet übertragen wurde.

Die Regionalbahnstation dort soll in rund 16 Monaten Bauzeit wiederaufgebaut werden, in drei Jahren sollen dann die ersten Züge auf der noch erhaltenen früheren Stammstrecke bis nach Basdorf im Barnim fahren können. Das bedeutet auch eine Anbindung der S-Bahnlinie S1 an das Netz. Die Heidekrautbahn ist der erste Korridor des Infrastrukturprojekts i2030. Betreiberin ist die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB). Sie will die fertige Strecke auf 14 Kilometern halbstündlich bedienen. Von Wilhelmsruh führt sie über Rosenthal/Märkisches Viertel, Blankenfelde, Schildow, Mühlenbeck und Schönwalde nach Basdorf.

Live-Übertragung des Spatenstichs ins Internet

Unter www.NEB.de/spatenstich ließ sich die Zeremonie live verfolgen; dort findet man auch im Nachhinein noch Infos und das Video.

Detlef Bröcker, Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn, eröffnete die Veranstaltung, die wegen Corona im kleinen Kreis gehalten wurde. Grußworte überbrachten anschließend die Partner des i2030-Projekts: Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Regine Günther Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin, außerdem Susanne Henckel Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) und Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der DB AG für das Land Berlin. Danach wurde das Bauschild am Bahnhof Wilhelmsruh enthüllt und der Spatenstich vollzogen.

Erster Spatenstich mit D. Bröcker, A. Kaczmarek, R. Günther, G. Beermann, S. Henckel – Bild: NEB

Acht Bahnübergänge geplant

Ende November hatte die NEB zuletzt im Übrigen mitgeteilt, dass sie mit dem Bezirk Pankow eine Planungsvereinbarung für einen zusätzlichen Bahnübergang zwischen dem Friedhof Pankow und der Jugendfreizeitstätte „CVJM Berlin e.V. Jugendhaus Märkisches Viertel“ abgeschlossen hat. Damit sollen auf dem Berliner Teil der Stammstrecke insgesamt acht Bahnübergänge entstehen. Vorbehaltlich der Ergebnisse der konkreten Planungen werde der Neubau des Bahnübergangs eine Kreuzung der Heidekrautbahn für den Fuß­ und Radverkehr ermöglichen und voraussichtlich eine technische Sicherung erfordern, heißt es.

Weitre Querungen sollen am Berliner Mauerweg (km 0,329), an der Hertzstraße (km 0,585) und Lessingstraße (km 1,073), am Wilhelmsruher Damm (km 2,108), an der Quickborner Straße (km 2,495), am Mauerweg in Lübars (km 3,600) und an der Bahnhofstraße in Blankenfelde (km 4,495) möglich sein. Die Bahnübergänge Berliner Mauerweg und Mauerweg / Lübars werden für den Fuß­ und Radverkehr neu gebaut und erhalten eine Umlaufsperre; alle anderen sollen mit Lichtzeichen (Andreaskreuz) und einer Halbschranke technisch gesichert werden.

Zitate anlässlich des ersten Spatenstichs

Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg:

„Der Spatentisch in Wilhelmsruh zeigt deutlich den Erfolg der länderüber­greifenden Zusammenarbeit im Rahmen des Infrastrukturgroßprojektes i2030. Die gemeinsamen Bemühungen, die notwendigen umfangreichen Planungs- und Prüfprozesse bei der Reaktivierung der Heidekrautbahn sowie aller i2030 Teilprojekte voranzutreiben, trägt nun sichtbare Früchte. Der Wiederaufbau des Regionalbahnhofs Berlin-Wilhelmsruh wird seinen Teil zum i2030-Gesamtziel beitragen, die Mobilität der Zukunft für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg zu gestalten. Uns ist dabei wichtig, dass wir weiterhin eng mit allen beteiligten und betroffenen Akteuren zusammenarbeiten. Das ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung von i2030.“

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin:

„Heute starten wir am Bahnhof Wilhelmsruh eine historische Etappe im Projekt i2030: Wir beginnen, die Lücken im Schienenpersonennahverkehr zu schließen, die auch noch 30 Jahre nach dem Mauerfall Wegebeziehungen und Pendlerströme unterbrechen. Der südwestliche Teil der Heidekrautbahn, die alte Stammstrecke, war seit dem Mauerbau außer Funktion und teils zurückgebaut. Mit ihrer Reaktivierung können Berlin und die Metropolregion enger zusammenwachsen. Nicht nur Reinickendorf und Pankow dürfen sich über die neue Anbindung freuen, die Menschen im gesamten Berliner Norden samt der Nachbargemeinden Richtung Wandlitz werden als erste vom Infrastrukturprojekt i2030 profitieren.“

Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB):

„Infrastrukturprojekte brauchen einen langen Atem. Wilhelmsruh und die Heidekrautbahn zeigen heute: es lohnt sich! Dass die Strecke nun reaktiviert wird, ist in zweierlei Hinsicht ein Grund zum Feiern. Zum einen geht der erste Korridor des i2030-Projektes nun ganz praktisch in die bauliche Umsetzung. Das zeigt, i2030 ist eben nicht nur ein Planungsprojekt, sondern vielmehr eine wohlüberlegte und wegweisende Maßnahme, um unseren Verkehr innerhalb der Mobilitätswende auf zukunftsorientierte Füße zu stellen. Zum anderen stehen wir in wenigen Jahren vor einer einzigartigen Premiere: ein Zug mit Wasserstoff-Antrieb aus erneuerbaren Energien. Diese Brennstoffzellentechnologie ist eine umweltschonende und gesundheitsschonende Innovation für den Umweltverbund, sie verbindet Klimaschutz mit moderner Mobilität. Wir müssen diesen positiven Impuls jetzt nutzen, um auch die Anbindung der Heidekrautbahn über die Nordbahn erfolgreich und zügig in die Spur zu bringen.“

Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der DB AG für das Land Berlin:

„Mit dem Spatenstich am Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh erfolgt nicht nur der erste Schritt zur Reaktivierung der Stammstrecke. Es ist auch der erste Schritt zur historischen Anbindung der Heidekrautbahn an das Berliner Schienennetz. Die weiteren Schritte werden wir als DB mit den i2030-Projektpartnern begleiten und gemeinsam dafür sorgen, dass die Fahrgäste der NEB bald ohne Umstieg in Berlin-Wilhelmsruh bis nach Berlin-Gesundbrunnen durchfahren können.“

Detlef Bröcker, Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB):

„In den vergangenen Jahren hat die NEB wichtige konzeptionelle und planerische Vorarbeiten erbracht, um die Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn (RB27) zügig voranzubringen. Mit dem Beginn des Wiederaufbaus des Regionalbahnhofs Berlin-Wilhelmsruh gehen wir nun einen weiteren, entscheidenden Schritt, der zeigt: Das Projekt Reaktivierung ist ein Erfolgsmodell. Über die Stammstrecke schaffen wir eine zusätzliche, attraktive und umweltfreundliche SPNV-Verbindung mit vielen Vorteilen für Zehntausende Reisende und Anwohnende. Wir arbeiten eng mit den i2030-Projektpartnern zusammen, um dieses Ziel zügig und kosteneffektiv zu erreichen.“