Lokal kaufen in der Resi!

Verein plant Aktionen für mehr Attraktivität im Kiez

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Menschengruppe
Die Sechs vom Verein Zukunft Resi: Gabriele Isenberg, Tanja Bethke, Stefan Lindenberg, Winfried Picchieri, Waltraut Basche, Peter Wargulski (v.l.) Foto: fle

Reinickendorf – Wenn alle an einem Strang ziehen, kann das ungeahnte positive Auswirkungen haben. So denken die Mitglieder des Vereins „Zukunft Resi – rundherum e.V.“. Im September 2015 gegründet, konzentriert sich der knapp 30 Mitglieder starke Verein aus den Reihen interessierter Geschäftsleute der Residenzstraße darauf, mit gemeinsamen Aktionen die Geschäftsstraße attraktiver zu machen und die Angebote vor Ort zu verbessern. Unterstützt werden die Mitglieder dabei von der Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG. Stephan Lindenberg, Inhaber von Edeka Lindenberg und Vereinsvorsitzender des „Zukunft Resi – rundherum e.V.“, Tanja Bethke von der Buchhandlung am Schäfersee, die ehemalige Friseurinhaberin Waltraut Basche und den ehemaligen Druckerei- und Copyshopbesitzer Peter Wargulski sprachen gemeinsam mit den Kollegen der Planergemeinschaft, Winfried Pichierri und Gabriele Isenberg über gemeinsame Pläne und Aktionen.

Herr Pichierri, wie helfen Sie als Stadtplaner dem Resi-Kiez?

Geschäftsstraßen- und Regionalmanagement sind Wege, mit lokalen Beteiligten Standorte zu stabilisieren, zu stärken oder zukunftsfähig weiter zu entwickeln. Das geschieht hier. Mithilfe eines Förderprogramms stärken wir Stadträume von innen heraus, das heißt, wir knüpfen Netzwerke, innerhalb derer sich die Menschen austauschen können, ihre Interessen artikulieren und konkrete Lösungen entwickeln. Wir leisten also Hilfe zur Selbsthilfe. Zudem stärken wir durch Standortmarketing die Identität und das Image der Resi nach außen. So kann der Kiez neu erblühen und auf diese Weise ein völlig neues Publikum anziehen.

Was heißt das konkret im Resi-Kiez?

W. Pichierri: Wir unterstützen die Ehrenamtlichen des Vereins mit Rat und Tat und bei ihren Aktionen. Wie in den vergangenen zwei Jahren wird auch in diesem Jahr zur Adventszeit eine Weihnachts-Schnitzeljagd veranstaltet, wo auch wir Unterstützung leisten. So haben wir wieder die Blumenbepflanzung realisiert, die die Geschäftsstraße bunt gemacht hat.

Trotz Corona und der schwierigen Zeit realisieren Sie die Schnitzeljagd?

G. Isenberg: Ja, unbedingt – denn wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir noch da sind und uns mehr denn je für unseren Kiez engagieren. Es war ein schwieriges Jahr, denn uns sind reihenweise die Feste weggebrochen, die wir geplant hatten. Oster- und Sommerfest haben gar nicht stattgefunden, und das Klangstraßenfestival gab es nur digital. Ein Beisammensein und Austausch waren hingegen kaum möglich. Umso wichtiger nun die Schnitzeljagd in der Adventszeit.

Worum handelt es sich bei der Weihnachts-Schnitzeljagd?

T. Bethke: Insgesamt 24 Geschäfte, Restaurants und Cafés der Residenzstraße laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, bei der Schnitzeljagd mitzumachen. Dabei öffnet sich vom 1. bis 24. Dezember jeweils eine Tür in einem Geschäft der Resi. Es gilt dann, sich eine Fragekarte zu schnappen und einen Coupon auszufüllen, abzutrennen und in eine Sammelbox zu werfen – und mit ein bisschen Glück können die Teilnehmer einen Gutschein gewinnen, der in den Läden eingelöst werden kann. Mit dieser Aktion gehen die Leute vermehrt in die Geschäfte vor Ort.

W. Pichierri: Genau. Ziel ist es einfach, dass die Leute hier in die Läden gehen und lokal einkaufen und auf diese Weise die Geschäftsstraße zu unterstützen. Nur so kann es einen Aufschwung in diesem Kiez geben.

Haben Sie das Gefühl, dass die Stimmung im Kiez sich schon gewandelt hat?

T. Bethke: Ja, durchaus. Das liegt auch am Zuzug von jungen Familien. Es ändert sich also die demographische Zusammensetzung der Bewohner, und wir bemerken einen Perspektivwechsel. Was wir uns noch wünschen, ist eine größere Durchmischung der Sortimente und mehr Vielfalt.

Sie suchen weitere Mitstreiter und Mitglieder?

S. Lindenberg: Ja, es wäre schön, wenn wir noch weitere Vereinsmitglieder für uns gewinnen könnten. Wir sind eine kleine engagierte Gruppe, und wir brauchen unbedingt Men- und Women-Power bei den vielen Aktionen, die wir vorhaben. Interessierte können sich auf der Website www.zukunft-resi-rundherum.de informieren und uns kontaktieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview Christiane Flechtner