Im Sterben nicht allein

Erstes Hospiz im Bezirk eröffnete nach zwei Jahren Bauzeit

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Menschen vor Gebäude
Die Eröffnung des Hospizes am 5. November war auch dem rbb-Fernsehen einen Besuch wert. Foto: F. Hoffmann

Hermsdorf – „Die Begleitung von schwer kranken und sterbenden Menschen bis zum Tod gehört seit jeher zu den fundamentalen Aufgaben des Christseins. Die Caritas-Krankenhilfe Berlin, als Träger von Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen steht in dieser Tradition”, sagt Thilo Spychalski, Geschäftsführer der Caritas Krankenhilfe Berlin und des Dominikus-Krankenhauses in Hermsdorf.

Im September öffnete nach zweijähriger Bauzeit das erste Hospiz im Bezirk in Hermsdorf an der Kurhausstraße. 14 Menschen können hier die letzten Tage ihres Lebens verbringen. Eines ist bereits jetzt schon deutlich, ein Hospiz ist nicht genug. Alle Plätze sind zurzeit belegt. Und die Nachfrage, hier das Lebensende in Würde und im Kreis der Liebsten zu verbringen, ist groß.

Auch die aktuelle Situation wirkt sich auf das Alltagsleben im Hospiz aus: „Wir versuchen, die Auswirkungen von Covid-19 für unsere Gäste so gering wie möglich zu halten. Insbesondere in den letzten Tagen und Wochen des Lebens soll niemand allein sein, schon gar nicht allein sterben.“, erklärt Tobias Neumann, Pflegedienst- und stellvertretender Hospizleiter. Deswegen dürfen Besucher kommen und auch bleiben, solange sie möchten. Auf den Gängen muss jedoch immer ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Zudem nehmen die Mitarbeiter die Kontaktdaten der Gäste auf. Die Einschränkungen sind jedoch auch für die Patienten eine Belastung: „Auch die Pflegekräfte tragen im Haus immer einen Mund-Nasenschutz. Vielleicht ist das eine der schwerwiegenderen Einschränkungen für unsere Gäste. […] Es ist natürlich schon ein Unterschied, wenn man den Pflegekräften nur in ein verdecktes Gesicht blicken und die Mimik ihres Gegenübers nicht erkennen kann. Trotz allem bleiben wir dem hospizlichen Versprechen treu, dass niemand im Sterben allein bleiben soll“, so Neumann.

red

Ein Apfelbäumchen für das Hospiz: Erzbischof Dr. Heiner Koch und Caritas-Direktorin Prof. Dr. Ulrike Kostka beim Angießen. Foto: F. Hoffmann