Die verborgenen Helden der Pandemie

Die Mitarbeiter im Reinickendorfer Gesundheitsamt im vollen Einsatz

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MitarbeiterInnen des Reinickendorfer Gesundheitsamts
Gruppenbild mit Abstand vor dem Gesundheitsamt: v.l. Naida Abdurashidova, Liza Rumpel, Uwe Brockhausen, Detlef Westphal, Nanette Schmidt, Kevin Potratz Foto: kbm

Bezirk – Auf seine Gesundheitsaufseherinnen und -aufseher ist Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) richtig stolz. Der unermüdliche Einsatz dieser „Task Force Einheit“ im Gesundheitswesen ist vorbildlich. Die Aufgabe dieser Spezialisten im Gesundheitsamt ist es, das Auftreten und die Verbreitung von übertragbaren Krankheiten zu verhindern.

Reinickendorf hat ein gut eingespieltes Team von sechs Fachleuten mit dreijähriger Spezialausbildung zum Hygienekontrolleur sowie zwei Auszubildende, die unter der Leitung von Detlef Westphal nahtlos in ihr späteres Arbeitsgebiet hineinwachsen. Seit der Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus steht zwar die Arbeit der Abteilung im Fokus der Öffentlichkeit, aber die Wenigsten wissen, dass hier viel mehr Arbeit, meist im Verdeckten, geleistet wird.

Zuständig als Gesundheitsaufseher in verschiedenen Ortsbereichen sind Nanette Schmidt, Karola Hackel und Kevin Potratz ebenso wie ihre Kollegen Naida Abdurashidova und Liza Rumpel. Der Aufgabenkatalog des Gesundheitsamtes ist vielfältig: Neben dem jetzt im Mittelpunkt stehenden Infektionsschutz gehören dazu: Überwachung des Trink- und Abwassers, hygienische Überwachung des Badewassers (Bäder und Badegewässer), Hygiene in Gemeinschaftseinrichtungen (unter anderem in Kitas, Schulen, Heimen und Strafanstalten), Umweltmedizin und Schädlinge, Überwachung des Gesundheitswesens (Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeanbieter), außerdem das Bestattungswesen und Beratung anderer Ämter. Grundsätzlich sind die Kontrolleure im Außendienst tätig.

Seit März allerdings gehen die Uhren anders: Der Infektionsschutz, der bisher bei Masern, Grippe oder Legionellen galt, überlagert seit dem Coronavirus alles: Die „Feuerwehr des Gesundheitswesens“ musste seit März plötzlich sieben Tage in der Woche mit vielen Überstunden fast nur im Innendienst arbeiten, um den Seuchenalarmplan erfolgreich umzusetzen. Als sich im April abzeichnete, dass mit Ausbreitung der Pandemie die Aufgaben rasant weiter wachsen, wurde der Hilferuf „wir brauchen Leute“ sofort umgesetzt: Unter anderem mit der Unterstützung von Uwe Brockhausen wurde das „Lagezentrum“ mit Mitarbeitern aus allen Verwaltungsbereichen sowie der Einsatz von Bundeswehrkräften organisiert. Passanten sind oft verwundert, wenn sie im Außenbereich des Gesundheitsamtes in der Teichstraße auf dem Gelände Bundeswehrsoldaten in Uniformen sehen, die auf ihren Einsatz warten.

Auch ansonsten war die Unterstützung für die Gesundheitsaufseher sofort da, wenn innerhalb von zwei Tagen PCs für die zusätzliche Heimarbeit zur Verfügung gestellt wurden. Die beim Laufbahnbeginn von Detlef Westphal vor 37 Jahren mit 14 Mitarbeitern ausgestattete Gesundheitsaufsicht schrumpfte durch Stellenabbau zwar inzwischen auf die Hälfte, jedoch bewältigt das hervorragend aufeinander eingespielte stressresistente Team mit vielen Überstunden ein Vielfaches an Aufgaben, seit März bisher ohne Krankheiten und ohne Urlaubstage! Das sind die verborgenen Pandemie-Helden in Reinickendorf!

Nanette Schmidt fasst zusammen: „Neben der herausragend wichtigen Bekämpfung des Coronavirus haben wir nur noch Zeit für die absolut wichtigsten Außendienst-Aufgaben, im Prinzip treffen wir in Coronazeiten nur noch Entscheidungen und lenken unsere Unterstützer, fragen uns jeden Morgen: Was ist heute am wichtigsten?“ Diese erfolgreiche Reinickendorfer „Task-Force-Einheit“ ist ein Beispiel für vorbildliche Team-Arbeit.

kbm

zwei Männer und eine Frau mit Mund-Nasen-Masken

Leiter Detlef Westphal, die stellvertretende Leiterin Nanette Schmidt und Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen (v.l.) Foto: kbm