Was Licht ins Novemberdunkel bringt

Durch Gebete, Meditation und tätiges Tun am Mitmenschen die Trübsal überwinden

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Kirchengebäude
Foto: du

Nebel, Schmuddel und dann auch noch Lockdown light – viel hat der November in diesem Jahr in Sachen Attraktivität wahrlich nicht zu bieten. Doch wenn es in der Außenwelt dunkel und ungemütlich wird, ergibt sich traditionell eine Gelegenheit zur inneren Einkehr. Dafür stehen Totensonntag und Volkstrauertag mit dem Gedenken an die Entschlafenen insbesondere der Weltkriegstoten sowie der Buß- und Bettag.

Um diese Zeit angemessen zu zelebrieren, bietet der Fuchsbezirk reichlich Fläche und Gelegenheit. Zehn landeseigene und fünf kirchliche Friedhöfe – darunter sogar ein russisch-orthodoxer – ermöglichen innere Einkehr, Andacht und transformierende Trauerarbeit. Denn dass bei allem Schmerz über den Verlust von Angehörigen niemand in Missmut und womöglich Depressionen dauerhaft stecken bleiben muss, das ist eine der verborgenen Botschaften des November.

Die Voraussetzungen dafür schaffen – je nach Weltanschauung und Konfession – Seelsorger und Trauerberater ebenso wie hoch spezialisiertes Handwerk: Bezirkliche Bestatter wie Otto Berg und Poeschke aber auch Newcomer sorgen im Hintergrund dafür, dass verwalterische Formalitäten erledigt und Beisetzungs-Rituale pietätvoll zelebriert werden können.

Hochkonjunktur hat deshalb in diesen Vorwintertagen auch die Grabpflege – ausgehend von diversen Friedhofsgärtnereien. Auch die ganzjährig kontinuierlich Tätigen können sich im November über Herausforderungen und Aufträge nicht beklagen – so wie die Steinmetzen, die in handwerklicher Meisterschaft sowie im einfühlsamen Dialog mit ihren Kunden Grabmale errichten und restaurieren. Und auch einen auf den ersten Blick exotischen Tupfer hat Reinickendorf zu bieten: Im Buddhistischen Haus in Frohnau, dem mit fast 100 Jahren ältesten buddhistischen Tempel in Europa, wird der Toten, gemäß der Lehre von Seelenwanderung und Wiedergeburt in einem eher aufmunterndem Sinne gedacht.

Was indes alle Glaubensgemeinschaften weitgehend teilen, ist, dass Trübsal überwunden werden kann durch Gebet, Meditation, Demut und tätiges Tun am Mitmenschen. Die RAZ hat für diese Ausgabe bei Bestattern, der Friedhofsverwaltung, einer Friedhofsgärtnerei sowie einem Steinmetz vor Ort recherchiert und fotografiert.

du

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