„Wir sind erst bei Kilometer 18“

Sportausschussvorsitzender Detlef Trappe über Corona und mehr

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Detlef Trappe bei der Eröffnung des neuen Kunstrasenplatzes an der Seebadstraße im August Foto: bek

Bezirk – Vier Jahre ist es her, dass Detlef Trappe die Nachfolge von Dieter Braunsdorf als Vorsitzender des Sportausschusses angetreten hat. Der 57-Jährige gehört dem Ortsverband Hermsdorf der CDU an, dazu ist er langjähriges Mitglied des 1. FC Lübars und beim Berliner Fußballverband Referent für Schulfußball. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Herr Trappe, was blieb in den letzten vier Jahren besonders hängen?

Die vielen guten und interessanten Begegnungen mit Sportlern und Funktionären aus den verschiedensten Sportarten. Aus Gesprächen ist viel Gutes entstanden, oder es konnten kleine Probleme gelöst werden. Ein weiterer Punkt ist der gute Austausch mit dem Sportamt, Verbänden und LSB, Bezirkssportbund und dem Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung. Und es gilt, hartnäckig zu sein und zu bleiben, wie beim Strandbad Tegel, Freibad Lübars, Sportplatz Seebadstraße.

Die CDU Reinickendorf fordert mehr finanzielle Unterstützung vom Senat für Erhalt und Sanierung der Sportanlagen. Warum?

Eine Bereitstellung von 18 Millionen Euro aus dem Sportstättensanierungsprogramm je Haushaltsjahr für alle Bezirke Berlins ist nicht annähernd ausreichend, um die Sportanlagen zu sanieren oder zu modifizieren. Die CDU-Fraktion hat diesen Missstand mit der Drucksache „Mittel für das Sportstättensanierungsprogramm mindestens verdoppeln“ untermauert. Wir können dennoch zufrieden mit dem Zustand unserer Anlagen sein. Als einer der wenigen Bezirke etwa hatten wir kein Problem mit Mikroplastik auf den Kunstrasenplätzen im Bezirk. Dennoch gibt es im Bezirk mehr Bedarf als vorhandene Möglichkeiten, vor allem bei den Hallen. Und die „Nachnutzung TXL“ wird zukünftig spannend und herausfordernd sein!

Der VfB Hermsdorf hat einen CO2-neutralen Kunstrasenplatz erhalten, der SC Borsigwalde dagegen fühlt sich vom Bezirks­amt stiefmütterlich behandelt, was ihre Platzsituation angeht. Passiert da demnächst etwas?

Erst einmal freuen wir uns, dass es dem Bezirk gelungen ist, einen seit Jahren durch Wildschäden nicht mehr regelmäßig nutzbaren Sportplatz zu erneuern. Hier handelt es sich um eine wettkampftaugliche Fläche – im Gegensatz zu einer reinen Trainingsfläche wie beim SC Borsigwalde. Es gibt sicher noch weitere Beispiele, aber durch die begrenzten Mittel ist alles auf einmal nicht zu bewerkstelligen. Die Kleinfeldtrainingsanlage an der Tietzstraße des SC Borsigwalde ist für 2021 als Maßnahme des Bezirks aber in das Sanierungsprogramm eingereicht worden. Wir hoffen sehr, dass diese Maßnahme bewilligt wird.

Wie sehen Sie die aktuelle Corona-Situation und die neuen Einschränkungen für die Reinickendorfer Vereine im Amateursport?

Nach den Lockerungen in den letzten Monaten wird der erneute Einschnitt von dem einen oder anderen als hart empfunden. Mein Appell geht an die gesamte Sportfamilie, bitte lasst uns alle unseren Beitrag zur notwendigen Eindämmung des Infektionsgeschehens leisten. Experten haben die Pandemie bereits im März zum Marathon erklärt, leider befinden wir uns derzeit erst bei zirka Kilometer 18. Daher lasst uns gegenseitig unterstützen, Mut zusprechen, mögliche Fördertöpfe nutzen, um als Team möglichst unbeschadet aus dieser Pandemie zu kommen.

Danke für das Gespräch.

Interview Bernd Karkossa