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Mentoring fördert Bildungsgrechtigkeit – Freiwillige gesucht

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Frau und Kind
Mentorin Anna von kein Abseits e.V. und Schülerin Eba’a waren ein Tandem. Foto: kein Abseits! e. V.

Reinickendorf – In Zusammenarbeit mit dem Verein „kein Abseits! e. V.“ läuft im AVA-Kiez ein Mentoring an Grundschulen. Im Rahmen eines achtmonatigen freizeitorientierten Mentoringprogramms werden acht- bis zwölfjährige Kinder in ihrem sozialen Verhalten und ihrer Kommunikationsfähigkeit gefördert.

Begleitet durch geschulte und verlässliche ehrenamtliche Mentoren erhalten die Schüler Anregungen für Freizeitaktivitäten und erweitern ganz allgemein ihr Weltwissen bei Ausflügen in ganz Berlin. Jedes Jahr werden 14 neue Tandems, bestehend aus Mentor und Mentee, zusammengebracht. Gemeins­am im Tandem entwickeln sie selbständig ihr Freizeitprogramm und halten ihre Erlebnisse in einem gemeinsamen Tagebuch fest.

Auf diese Weise lernten sich 2012 auch Eba’a und Anna kennen: Eba’a, damals elf Jahre alt, war seit einem halben Jahr Mitglied der Mädchen-Fußball-AG von kein Abseits! und spielte in der Turnhalle der Mark-Twain-Grundschule. Auf der Zuschauerbank saß Anna, eine junge Frau, die sich entschieden hatte, am ehrenamtlichen Mentoringprogramm des Vereins teilzunehmen. Das Fußballspiel diente dem ersten Kennenlernen. Eba’a und Anna wurden dabei einander zugeordnet.

Die zurückhaltende Eba’a war von der selbstbewussten Anna fast ein wenig verschreckt. Das Tandemteam erwärmte sich dennoch schnell füreinander. „Irgendwann habe ich gemerkt, dass es Anna richtig mitnimmt, wenn es mir nicht gut geht. Da wurde mir klar, dass sie sich wirklich für mich interessiert und mir helfen will. Bisher kannte ich das nur von meiner Mutter,“ sagt Eba’a heute über Anna.

Während ihrer gemeinsamen Zeit haben die beiden viele Ausflüge gemacht, wovon einige sie besonders geprägt haben: Sie besuchten zum Beispiel regelmäßig die Stadtteilbibliothek Reinickendorf-West, bei der Eba’a später acht Monate Jugendengagement leistete. Gemeinsam ließen sie sich durch den Bundestag führen und die verschiedenen Abteilungen zeigen und erklären. Und am Girls Day nahmen sie an einem Programm in der Charité Berlin teil, da sich Eba’a für Medizin interessierte – und dies bis heute tut. Auch als Eba’a fünf Jahre später krank wurde, war Anna da. Jeden Tag tauschten sie sich miteinander aus. Anna war oft die einzige, die Eba’a an schwierigen Tagen aufmuntern konnte. Heute geht es Eba’a wieder besser. Sie ist in verschiedenen Projekten von kein Abseits! engagiert, machte ein Praktikum im Verein und hat im vergangenen Jahr ihr Abitur gemacht.

Eine Erfolgsgeschichte, die vielleicht zu eigenem Engagement anregt. Denn aktuell sucht kein Abseits! für einen neuen Mentoring-Durchgang noch Freiwillige, die sich als Mentor oder Mentorin in Reinickendorf engagieren möchten.

Interessenten können sich unter www.kein-abseits.de/bewerbung informieren. red