Katerstimmung an der Malche

Pächter des Imbisses haben mit Vandalismus zu kämpfen

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Imbissbetreiber Herbert Kranz ärgert sich über die Sachbeschädigungen und die Vermüllung im Umfeld seines Kiosks. Foto: bod

Tegel – An fast jedem Wochenende stehen Renate und Herbert Kranz erneut vor einem Scherbenhaufen. Bevor sie wie gewohnt gegen Mittag ihren Imbiss an der Malche öffnen können, müssen sie erst den Müll beseitigen, den ungebetene Besucher nach nächtlichen Trinkgelagen hinterlassen haben. Es kann schon einige Stunden in Anspruch nehmen, bis wieder Ordnung geschafft ist. Das größte Ärgernis sind die mutwillig zerschlagenen Flaschen. Während sich das kaputte Glas auf der Fläche um die Stehtische herum noch halbwegs einfach zusammenkehren lässt, können auf der angrenzenden Wiese nur die gröbsten Scherben mühsam aufgesammelt werden. Besonders weil auch Kinder und Hunde im Gras herumtollen, stellen die Splitter eine echte Gefahr dar. Ein Hund von Bekannten der Pächter hatte sich die Pfote an einer Glasscherbe so stark verletzt, dass die Wunde genäht werden musste.

Seit zwanzig Jahren betreibt Familie Kranz den Imbiss als Nebeneinkunft, der werktags meist geschlossen ist. Das Problem mit dem vermüllten Vorplatz ist für beide nicht neu, aber es hat sich durch die Ausgehbeschränkungen in der Corona-Zeit deutlich verschärft. Die Polizei erklärt, nicht genug Personal zu haben, um nachts im gesamten Stadtgebiet auf Streife zu gehen. Der Einsatz von „Parkläufern“, die bis in die Nacht unterwegs sind, um nach dem Rechten zu sehen, hat für die Imbissbude bisher keine spürbare Besserung gebracht. Zu der regelmäßigen Vermüllung des Platzes kam noch Sachbeschädigung: Ein Zaun wurde eingetreten und ein Balken vom Dach abgebrochen. Graffiti-Schmierereien melden die Pächter der Polizei schon gar nicht mehr, seit sie das letzte mal am Telefon zu hören bekamen: „Mit so etwas kommen Sie zu uns?“

Mit der Kundschaft hingegen gab es in den vielen Jahren nie Probleme, und Renate Kranz war erstaunt, wie diszipliniert sich alle an die Abstandsregeln hielten, als sie nach der Corona-bedingten Schließung endlich wieder öffnen konnten. „Auch die jungen Leute“, wie sie betont.

Die Eheleute wohnen ganz in der Nähe und haben so immer ein Auge auf das Geschäft. Allerdings können sie die Bude natürlich nicht rund um die Uhr bewachen. Ihre Hoffnung ruht nun darauf, dass sich durch die zunehmende Kälte die nächtlichen Treffen und damit der zurückbleibende Abfall verringern.bod

Der eingetretene Zaun zeugt von Zerstörungswut. Foto: bod