Tag des Friedhofs

Begräbnisstätten im Zeichen des Kulturerbes

0
110
Altar
Der Altar in der Russisch Orthodoxen Kirche in der Wittestraße Foto: kbm

Bezirk – Das Andenken an Verstorbene sowie die Grabgestaltung war jahrzehntelang als Begräbniskultur den Berliner Senatsverwaltungen für Wissenschaft und Kunst sowie für kulturelle Angelegenheiten zugeordnet.

Inzwischen hat sich die Sicht auf Friedhöfe gewandelt, die jetzt als Stadtgrün gelten und zur Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gezählt werden, geleitet von der grünen Senatorin Regine Günther. In dieser Entwicklung wurde 2001 vom Zentralverband Gartenbau e.V. in Zusammenarbeit mit den Städten, Kommunen, Religionsgemeinschaften und Vereinen der „Tag des Friedhofs“ begründet, der am dritten Wochenende des Monats September begangen wird. In diesem Jahr gab es coronabedingt keine Zentralveranstaltung in Berlin, aber unter dem Motto „Natürlich erinnern“ viele Einzelveranstaltungen und Führungen.

In Berlin hat jeder Bezirk eigene Friedhöfe, Reinickendorf mit der Kriegsgräberstätte in Alt-Reinickendorf allein 18.

Ganz im Norden überrascht der denkmalgeschützte, 1910 vom Gartenarchitekten Ludwig Lesser an der Stadtgrenze als Wald- und Parkfriedhof angelegte Frohnauer Friedhof an der Hainbuchenstraße mit schlichter nordischer Stabholzkirche. Im Gegensatz dazu glänzt der Russisch Orthodoxe Friedhof der Heiligen Konstantin und Helena in der Wittestraße mit reich verzierter Kirche und prunkvollen Gräbern. An der Humboldtstraße liegen zwei sehr verschiedene benachbarte Friedhöfe, der landeseigene Reinickendorf II und der katholische St. Sebastian. Hier findet sich eine Kirche in Backsteingotik mit außenliegendem Glockenturm und besonders geschmückten Gräbern, über die jetzt noch alle fünf Minuten Flugzeuge fliegen. Wenn TXL den Betrieb Anfang November einstellt, werden es stillere Orte zum Gedenken. kbm