Schulen könnten sauberer sein

Diskussionsveranstaltung zur „Rekommunalisierung“ der Schulreinigung

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Diskussion zur Rekommunalisierung der Reinigungskräfte in den Schulen mit „Schule in Not“ und Bezirksstadtrat Tobias Dollase Foto: dsd

Bezirk – „Bildung ist wichtig. Wir sind uns einig, dass wir saubere Schulen haben wollen“, begrüßt Bezirksstadtrat Tobias Dollase die Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung am 13. August im Campus Hannah-Höch, zu der Sven Meyer als Vorsitzender des DGB-Kreisvorstandes Reinickendorf mit der Bürgerinitiative „Schule in Not“ geladen hatte. Das Thema „Rekommunalisierung der Schulreinigung“ sollte coranbedingt ohne Publikum in einem kleinen Kreis von ungefähr 15 Vertretern der CDU, FDP, Linke, Grünen und SPD sowie Tobias Dollase ausgiebig diskutiert werden, nachdem es nach langer Debatte in der BVV im Juni an die zuständigen Ausschüsse verwiesen wurde. Ist Sauberkeit ein persönliches Empfinden?

In Krisenzeiten wird deutlich, dass Schulreinigung eine systemrelevante Tätigkeit ist. Wichtig für die Gesundheit ist das Einhalten von Hygienestandards sowie regelmäßiges und gründliches Desinfizieren von Oberflächen und Klinken – auch schon vor Corona. Jedoch hat der Verein „Schule in Not“ e.V. in mehr als 100 Gesprächen mit Schulen als wiederkehrende Probleme mangelnde Reinigungsleistungen entdeckt, die dazu führen, dass Schüler den Toilettengang vermeiden und deswegen zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen.

Als Ursprung dieser Probleme sieht Vereinssprecher und Lehrer Philip Dehne die in den 1990er Jahren erfolgte Privatisierung der Schulreinigung, die seitdem somit fast flächendeckend von externen Firmen im Auftrag der Bezirke erledigt wird. In der Regel bekommen die billigsten Bieter den Zuschlag, und in den letzten Jahren mussten immer größere Flächen in weniger Zeit gereinigt werden. „Eine saubere Lernumgebung für Schüler erreichen wir nur durch eine Rekommunalisierung der Schulreinigung“, ist sich Philip Dehne sicher und belegt seine Argumentation mit best-practice-Beispielen aus anderen Städten wie Freiburg. „Wenn Reinigungskräfte im Bezirk angestellt sind, sind sie überproportional krank“, behaupten die Rekommunalisierungsgegner. „Hingegen kann bei wechselnden Reinigungskräften, wie es bei den privaten Reinigungsfirmen der Fall ist, keine Identifikation mit der Schule entstehen“, ist nur eins von vielen interessanten Argumenten auf der anderen Seite. „Wenn Reinigungskräfte die richtige Wertschätzung erhalten bei den Faktoren Arbeitszeit, Geld, Weiterbildung und Verantwortung, gäbe es womöglich in allen Bereichen mehr Zufriedenheit“, war eines der nachdenkenswerten Argumente zum Diskussionsende. dsd