Keine Farm der Tiere mehr

Die Alte Fasanerie im Freizeitpark Lübars musste sich von ihren Vierbeinern trennen

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Wegweiser
In der Alten Fasanerie leben keine Tiere mehr. Foto: Boris Dammer

Lübars – Die Gehege auf dem Gelände des beliebten Ausflugsziels sind verwaist. Im Dezember letzten Jahres hatte die RAZ von dem Spendenaufruf zum Erhalt des Tierbestands in der Alten Fasanerie berichtet. Bis zum Juni wäre eine Summe von 170.000 Euro nötig gewesen. Erreicht wurde ein Betrag von rund 37.000 Euro, der bis Ostern bereits aufgebraucht war.

Zudem führte die Schließung aufgrund der Corona-Pandemie ab Mitte März dazu, dass die Spendenbox vor Ort nicht mehr gefüllt wurde, durch die bis dahin immerhin ein Großteil des Futters für die 120 tierischen Bewohner gesichert war.

Auch die Idee von Pflegepatenschaften erwies sich nicht als praktikable Lösung, weil das Veterinäramt für Tiere, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, professionelle Pfleger verlangt. Dafür aber reichen die finanziellen Mittel des Elisabethstifts nicht aus, zu dem die Alte Fasanerie gehört.

Schweren Herzens musste sich die Leitung entschließen, die Tiere abzugeben. Ein trauriger Abschied sicherlich auch für die vielen Besucherinnen und Besucher der letzten Jahrzehnte und besonders bedauerlich für die Kinder, die sich an den Schafen, Ziegen oder Kaninchen freuten.

Die positive Nachricht ist, dass alle Tiere gut untergebracht werden konnten. Für jedes Tier gibt es einen Vertrag, der die artgerechte Unterbringung gewährleistet und eine Schlachtung verhindert. Das Fjordpferd Tamira kam sogar in Lübars bei einer Privatbesitzerin unter. Andere Tiere fanden aber auch außerhalb von Berlin eine neue Heimat.

Nach wie vor ist natürlich die malerische Anlage allein sehenswert, vor allem jetzt im Sommer, wenn es überall blüht. Interessant sind auch die historischen landwirtschaftlichen Geräte. Noch immer kommen die Menschen gern in die Alte Fasanerie, besonders am Wochenende ist das Café gut besucht. Doch fast alle äußern ihr großes Bedauern darüber, dass die geliebten Vierbeiner weggegeben werden mussten.

Zurzeit ist die Familienfarm mit einer Falknerin über eine Kooperation im Gespräch. Interessierten Gruppen soll dann dieser faszinierende Raubvogel näher gebracht werden. Ebenso ist in Planung, Kindern wieder den Kontakt mit Pferden auf dem Hof anzubieten. Es wird sicherlich viele erfreuen, wenn auf diese Weise wieder tierisch schöne Begegnungen auf der Familienfarm ermöglicht werden. Im Frühjahr wurde bereits auf Initiative von Kindern der Elisabethstiftschule neben dem Schülergarten ein Naturbienenschwarm aus Hermsdorf angesiedelt. Der „Einzug in die Bienenkiste“, kommentiert von der Imkerin, ist unter diesem Titel auf Youtube zu sehen. Boris Dammer

Verwaiste Tiergehege: Hier blökt und wiehert niemand mehr … (Fotos: Boris Dammer)