Grüne Kleinode im Tegeler See

Die sieben Inseln sind Heimat, Wochenendziel, Schulort und vieles mehr

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Tegeler See
Foto: fle

Die landschaftliche Idylle des Tegeler Sees übt seit Jahrhunderten einen besonderen Reiz aus. Als Lebensraum für Pflanze und Tier hat er eine ebenso große Bedeutung erlangt wie als Wander- und Erholungsgebiet für die Menschen.
Die Besonderheit: Aus den insgesamt 32 Millionen Kubikmetern Wasser erheben sich sieben grüne Inseln – Hasselwerder, Lindwerder, Scharfenberg, Reiswerder, Baumwerder, Valentinswerder und Maienwerder sind wie Perlen an einer Kette aufgezogen. Wenn sie könnten, würden sie spannende Geschichten ausplaudern. Hasselwerder zum Beispiel: Die nördlichste Insel gehörte ab 1766 in den Besitz der Familie von Humboldt – und es ist durchaus möglich, dass auch die Humboldt-Brüder dort einige Zeit verbrachten. 1911 eröffnete die Gutsverwaltung eine Badeanstalt, die bis 1954 existierte. Heute ist die Insel Teil des 1960 gebildeten Landschaftsschutzgebietes LSG-2C, und auf ihr befinden sich lediglich einige Lauben.

Lindwerder, heute 143 Meter lang und 85 Meter breit, war einst nur halb so groß. Sie wurde jedoch in den 1930er Jahren aufgeschüttet – und zwar durch die Hochofenschlacke der Eisengießerei der nahegelegenen Borsigwerke. Was kaum jemand weiß: Hier unternahm Wernher von Braun seine ersten Raketenversuche. Obwohl es auf der knapp 36.000 Quadratmeter großen Insel Reiswerder weder Strom- noch Wasserversorgung gibt, befinden sich dort mehrere Kleingärten. Als Kleingartenkolonie wird auch die südlichste Insel Maienwerder bezeichnet. Scharfenberg stellt eine Besonderheit dar: Auch sie gehörte im 18. Jahrhundert zum Besitz der Humboldts. Doch vor allem ist die 1.000 Meter lange und 420 Meter breite Insel durch die 1922 von Wilhelm Blume gegründete Schulfarm bekannt.

Südlich von Scharfenberg befindet sich Baumwerder – auch eine der „Humboldt“-Inseln. 1867 kaufte sie der Botaniker Carl August Bolle, später ging sie an die Stadt Berlin. Seit 1943 dient das Eiland mit seinen Tiefbrunnen und einer Anreicherungsanlage der Wasserversorgung und ist unbewohnt. Valentinswerder ist die zweitgrößte Insel im Tegeler See und befindet sich in Privatbesitz. fle