Kirche am Telefon

Alternativen zum Gottesdienst

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Hand wählt auf Telefon-Tastatur
Symbolbild

Bezirk – Seit Mitte Mai dürfen die Kirchen wieder Gottesdienste feiern, allerdings mit Einschränkungen. „Wir sind mit dem Zollstock durch unsere Kirchen gegangen und haben die Abstände ausgemessen“, berichtet Pfarrer Matthias Brühe, der für sieben katholische Kirchtürme in Reinickendorf-Süd verantwortlich ist: „In unseren größten Kirchen St. Marien in der Klemkestraße und in St. Rita haben gut 60 Leute Platz, in der kleinsten in Heiligensee nur 30. Da feiern wir den Gottesdienst bei schönem Wetter auch schon mal draußen.“ Gesungen wird nicht, aber die Kirchenmusiker stellen ihr Talent unter Beweis und werden gelegentlich von weiteren Instrumentalisten unterstützt, auch eine Frauenschola hat schon gesungen.

Es gibt noch ein weiteres Angebot, besonders für ältere und andere Gemeindemitglieder, die nicht kommen können: Man kann die Kirche anrufen. Unter Telefon 863 28 75 60 ist seit einigen Wochen jeden Tag ein anderer der sieben pastoralen Mitarbeiter/innen etwa drei Minuten lang mit einem kurzen geistlichen Gedanken zu hören. „Viele Kirchengemeinden versuchen, jetzt mit ihren Gemeindemitgliedern in Kontakt zu bleiben. Diese Idee ist von einer evangelischen Gemeinde übernommen,“ bekennt Pfarrer Matthias Brühe, „aber es ist auch für uns immer wieder interessant, mitzubekommen, wie unterschiedlich jeder von uns seine Gedanken formuliert!“

Ein Geistlicher ist nicht mehr dabei: Domkapitular Stefan Friedrichowicz, langjähriger Pfarrer an der JVA Tegel und früher im Märkischen Viertel tätig, ist im Juni aus dem Pastoral-Team ausgeschieden. Über die Seelsorge an den Gefangenen bleibt er aber den Kollegen verbunden, auch wenn er sich langsam auf den Ruhestand freut.