Erinnerung und Mahnung

Gedenkstele für Zwangsarbeiter in der Flottenstraße eingeweiht

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Gemeinsam mit der Kultur-Fachbereichsleiterin Dr. Cornelia Gerner (l.) weihte Kulturstadträtin Katrin Schultze-Berndt die Gedenkstele für Zwangsarbeiter in der Flottenstraße ein. Foto: BA

Reinickendorf – In der Flottenstraße lag in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das östliche Produktionszentrum Reinickendorfs. Hier hatten eine Reihe bedeutender Industriebetriebe ihre Standorte, darunter auch die Argus Motorenwerke. Argus gehörte im Zweiten Weltkrieg als Zulieferbetrieb für die deutsche Luftwaffe zu den größten Industrieunternehmen. Seit 1942 wurden bei Argus mehrere Tausend russische, polnische, niederländische, französische, belgische und tschechoslowakische Zwangsarbeiter eingesetzt.

Im August 1944 kamen rund 800 jüdische Zwangsarbeiterinnen aus Ungarn und Polen aus dem KZ Auschwitz hinzu. Für diese Frauen errichtete Argus ein dem KZ Sachsenhausen unterstelltes Außenlager im äußersten Winkel der Flottenstraße nahe der Gabelung der S-Bahnlinien Richtung Oranienburg und Hennigsdorf. Das Lager wurde erst kurz vor Kriegsende 1945 aufgelöst. Nach Kriegsende verlor Argus durch Demontage durch die sowjetische Besatzungsmacht die gesamte Ausrüstung. Die erhaltenen Gebäudeteile von Argus stehen heute unter Denkmalschutz.

Am 2. Juli weihte Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) vor dem Betriebsgelände der ehemaligen Argus-Motorenwerke eine Gedenk- und Informationsstele zur Erinnerung an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus ein und betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Gedenk- und Erinnerungsarbeit.