Erholungsflächen erhalten

Interview mit dem Vorsitzenden der Waldfreunde

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Spielplatz
Vor der Schließung gerettet: der Forstspielplatz am Rallenweg Foto: fle

Heiligensee/Konrads­höhe/Tegel – Sie sind große Fans des Waldes und möchten Naturschutz und Landschaftspflege fördern. Aus diesem Grund haben sich 15 engagierte Reinickendorfer zusammengetan und den Verein Waldfreunde Tegelsee e.V. gegründet. Die RAZ sprach mit ihrem Vorsitzenden Gerd Koch über ihre Ziele und Schwerpunkte und die gute Zusammenarbeit mit der Revierförsterei Tegelsee.

Wie ging es los mit dem Verein?

Vor vier Jahren sollte der Forstspielplatz am Rallenweg geschlossen werden. Dann wurden aus Worten Taten: Die Spielgeräte wurden eingestampft. Doch einige engagierte Heiligenseer und Konradshöher taten sich zusammen und haben sich – auch durch eine Unterschriftensammlung – für den Erhalt des Kinderspielplatzes beziehungsweise erfolgreich für dessen Wiederaufbau eingesetzt. Und aus diesem gemeinsamen Engagement hat sich der Verein Waldfreunde Tegelsee e.V. gegründet.

Was steht im Mittelpunkt der Vereinsarbeit?

Ziel und Zweck des Vereins ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege. In Abstimmung mit der Revierförsterei – allen voran Revierförster Frank Mosch – setzt sich unser Verein hauptsächlich für den Erhalt und Ausbau von Naherholungsflächen im Forstrevier Tegelsee ein. Unsere erste große Aktion war dann eben auch die Wiederherstellung des Waldspielplatzes am Rallenweg, aber auch Pflanzaktionen von Obstbäumen auf der Gerlachwiese.

Gibt es regelmäßige Arbeitseinsätze?

Ja, die gibt es. 2016 haben wir beispielsweise die Konradshöher und Heiligenseestraße mit den Wildwarnreflektoren ausgestattet, deren blaues Licht vor allem das Damwild davon abhält, die Straßen zu überqueren. Diese haben wir im vergangenen Jahr in einem Arbeitseinsatz gereinigt, damit sie auch weiterhin im Dunkeln reflektieren. 2017 haben wir auch die Rote Chaussee und den Hermsdorfer Damm mit den Wildwarnreflektoren ausgestattet. Jährlich führen wir außerdem gemeinsam mit Schüler- und Kindergartengruppen Pflanzaktionen auf der Streuobstwiese und im Naturschutzgebiet „Am Tegelgrund“ durch.

Sie arbeiten auch sonst eng mit der Revierförsterei Tegelsee zusammen, oder?

Das stimmt, es ist eine gute Zusammenarbeit, von der beide Seite profitieren. Wir haben das Revierförsterei beispielsweise bei einer Müllsammelaktion unterstützt und einen Muffelwidder sowie eines Damhirschs angekauft – zur Erhaltung der Vielfalt im Wildgehege.

Soweit ich weiß, organisieren Sie auch Veranstaltungen?

Ja, das tun wir. Eine Informationsveranstaltung zum Thema „Wolf“ 2018 kam sehr gut an. Unsere jüngste Veranstaltung war eine Vogelkundliche Wanderung mit der Vogelexpertin Gabi Krebs, zu der fast 100 Interessierte kamen. Mit einem solchen Ansturm hätten wir nicht gerechnet.

Wollen Sie als Verein noch weiterwachsen?

Eigentlich nicht. Mit unseren 15 Mitgliedern sind wir gut aufgestellt. Aber wir arbeiten auch mit anderen Organisationen und Gruppen zusammen, die sich im Natur- und Tierschutz betätigen. Wir freuen uns jedoch über kleine und große Spenden, um unsere Arbeit und Projekte fortführen und ausbauen zu können. Infos dazu gibt es unter www.waldfreunde-tegelsee.org.

Danke für das Gespräch.

Interview Christiane Flechtner