Zeichen gegen Homophobie

Kundgebung des Vereins Regenbogen Reinickendorf

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drei Männer bei Kundgebung
Andreas Otto bei der Kundgebung Foto: fle

Tegel – Am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie, veranstaltete der Regenbogen Reinickendorf e.V. an der Greenwichpromenade eine Kundgebung.

„Heute vor 30 Jahren wurde auf der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation der Beschluss gefasst, Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten zu nehmen. Das war längst überfällig“, sprach Andreas Otto, der Vorsitzende des im August 2018 gegründeten Vereins, vor vielen auf den Bänken sitzenden Menschen in sein Megaphon.

Seitdem wird jedes Jahr zu diesem Tag gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie aufgerufen. „Wir wollen ein Zeichen setzen – jedes Jahr aufs Neue, denn wenn man sich die Umsetzung der Menschenrechte heute in der EU betrachtet, gibt es immer noch reichlich zu tun“, sagt er.

„Nach Meldung des Antigewaltprojektes Maneo ist die Zahl der gemeldeten homophoben Übergriffe in Berlin rasant angestiegen“, erklärt Otto. „Insgesamt gab es 2019 in Berlin 559 gemeldete Fälle – das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 32 Prozent. Die Dunkelziffer liegt jedoch sicherlich noch bedeutend höher.“ Für ihn selbstverständlich: „Jeder Mensch auf der Welt soll ungehindert lieben können, wen er will. Deswegen erheben wir heute die Regenbogenfahne, um ein Zeichen zu setzen und um Verständnis und Akzeptanz bei unseren Mitmenschen zu werben.“

Um ein weiteres Zeichen zu setzen, forderte die FDP-Fraktion, quasi „nachträglich“, am Rathaus die Regenbogenfahne zu hissen. „Da sich CDU und AfD mit Händen und Füßen dagegen wehren, sei es ein besonderer Ansporn“, sagt Fraktionsvorsitzende Mieke Senftleben. fle