Abstand halten auch auf dem Wasser?

Sportamt als Bindeglied zwischen Vereinen und Senat – Gespräch mit Bezirksstadtrat Tobias Dollase

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Stadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport, Tobias Dollase, klärt Unmut für Wassersportler Fotos: dsd

Bezirk – Das Sportamt Reinickendorf bekam seit Mitte März jede Menge Anfragen von Wassersporttreibenden wie Ruderern, Paddler und Seglern sowie Anglern, die ihr Unverständnis zu nicht ganz klar formulierten Regelungen zu der Verordnung zur Eindämmung von Covid-19 äußerten. Einige Besitzer konnten nicht einsehen, dass sie auch zu zweit und allein nicht zu ihren Booten durften. Das Bezirks-Sport­amt leitete alle Fragen seit Beginn der Einschränkungen weiter und tat sein Bestes in Absprache mit dem Stadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport Tobias Dollase hier zu vermitteln. Dafür gab es positives Feedback aus den Vereinen. Die RAZ sprach mit dem Stadtrat.

Was ist im Wassersport derzeit (Stand 5. Mai) erlaubt?

Am 21. April wurden Änderungen der Verordnung zur Eindämmung von Covid-19 vom Senat beschlossen, durch die es den Wassersportvereinen nun wieder möglich ist, unter Einhaltung von allgemeinen Kontakt-, Abstands- und Hygieneregeln ihren Sport auszuüben und auch ihre Grundstücke wieder zu betreten sowie Boote zu Wasser zu lassen. Die Boote dürfen auch Instand gesetzt werden, solange das dringend erforderlich ist. Alle Arbeiten, die über das zwingende Erforderliche hinausgehen, sind nicht gestattet. Größere Slipping-Aktionen sind unzulässig, sobald dazu eine Vielzahl von Vereinsmitgliedern notwendig wäre. Für solch größere Aktionen müsste ein gewerblicher Anbieter engagiert werden. All dies wurde nur auf Nachfrage vom Senat klargestellt, da die Verordnung, vor allem was den Wassersport angeht, im Detail weiterhin unklar formuliert ist.

Können Sie den Unmut der Wassersportler verstehen?

Ich bedaure sehr, dass es gerade bei den Reinickendorfer Wassersportlern zu nachvollziehbaren Ungerechtigkeitsgefühlen gekommen ist. Unser Sportamt ist aber stets in engem Kontakt mit den Sportvereinen und Frau Gaebel, Leiterin des Sportamtes, informiert alle Vereine zeitnah über sämtliche Neuerungen und Auslegungen der Eindämmungsverordnung.

Wie gut konnten Sie sich für die Wassersportvereine einsetzen?

Dies ist jetzt nicht die Zeit für Schuldzuweisungen, sondern für konstruktive Zusammenarbeit. Dennoch bin ich von der Kommunikation der Senats-Sportverwaltung mit uns als Bezirk enttäuscht. In anderen Ressorts, wie Jugend und Schule, findet ein Austausch zwischen den Bezirken und der zuständigen Senatsverwaltung statt. Auch beim Sport würde ich mir Vorabgespräche mit der Senats-Sportverwaltung wünschen, so dass wir auch hier unsere Sicht und Erfahrungen einbringen können.

Wann werden Wassersportler in Gruppen wieder das gewohnte Training und das Vereinsleben genießen können?

Da wir nicht vorab von der Senats-Sportverwaltung über mögliche Änderungen oder Lockerungen im Sport informiert werden, kann ich darüber nur schwer Vorhersagen treffen.

Interview Daniele Schütz-Diener

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