Großbrand mehrerer Lagerhallen in Tegel

Keine Menschen verletzt - aber enormer Schaden

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Feuerwehr löscht Brand
(c) Berliner Feuerwehr, Feuerwehr-Doku

Tegel – Rauchschwaden über Tegel: Am Sonntagnachmittag (10. Mai) wurde der Berliner Feuerwehr ein Brand auf einem Lagerhallenkomplex an der Flohrstraße gemeldet. Das Gelände war aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen, sodass sich keine Personen in unmittelbarer Gefahr befanden und niemand verletzt wurde. Der Sachschaden jedoch ist enorm. Ein Brandkommissariat beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen hinsichtlich der genauen Brandursache übernommen.

Am Sonntag stellte der Einsatzleiter vor Ort fest, dass sich der Brand bereits auf mehrere Lagerhallen ausgedehnt hatte – darin vorwiegend Möbel, Holzwerkstoffe und -paletten. Insgesamt befanden sich drei Gebäude und ein überdachter Bereich in Vollbrand; vier weitere Hallen waren teilweise betroffen. Die Gesamtbrandfläche betrug damit rund 10.000 Quadratmeter. Außerdem hatten auch auf einer Freifläche gelagerte Holzpaletten und mehrere Laster Feuer gefangen. Zum Höhepunkt des Einsatzes waren über 200 Einsatzkräfte zeitgleich vor Ort tätig. 

Die Einsatzstelle wurde in sechs Abschnitte aufgeteilt, von denen fünf auf den Bereich Brandbekämpfung/Riegelstellung entfielen, einer auf Versorgung/Logistik. Letzterer musste unter anderem eine Wasserversorgung zum rund 2.000 Meter entfernten Flughafensee aufbauen, um den enormen Löschmittelbedarf am Brandobjekt zu decken. Zur Unterstützung wurden auch zwei Großtanklöschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr angefordert, die über Wasserwerfer mit großer Reichweite verfügen. Auch eine Drohne kam zum Einsatz, die hochauflösende Bilder und Wärmebilder erstellte.

Bild und Film mit freundlicher Genehmigung von Hans-Joachim Meschzan

Ein Video von der Rauchsäule finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=YHRSd5_kic0 >>>>

Verkehr und ÖPNV beeinträchtigt

Aufgrund der enormen Rauchentwicklung und dem Zerbersten mehrerer Druckgasbehälter wurde die nahe gelegene überirdisch geführte U-Bahnlinie 6 unterbrochen und die Bundesautobahn A111 von der Polizei gesperrt. Die Bevölkerung wurde über verschiedene Kanäle gewarnt und angehalten Türen und Fenster im näheren Bereich um die Einsatzstelle geschlossen zu halten. Diese Warnung konnte erst am Abend wieder aufgehoben werden. In den Nachtstunden unterstütze die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk beim Ausleuchten der Einsatzstelle. Ein Versorgungszug des Arbeiter-Samariter-Bundes baute an einer Straßenunterführung einen Verpflegungspunkt auf und versorgte die Einsatzkräfte, die teilweise über viele Stunden tätig waren, mit warmen Speisen und Getränken. Sicherheitshalber waren auch zwei Rettungswagen des Malteser-Hilfsdienstes vor Ort.

Nachlöscharbeiten noch am Montag

Auch am Folgevormittag am Montag waren die Nachlöscharbeiten noch nicht vorüber. “Insgesamt waren damit bisher über 300 Einsatzkräfte der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen an diesem außergewöhnlichen Einsatz beteiligt”, heißt es. Die Feuerwehr betont in ihrem Einsatzbericht: “An dieser Stelle muss unbedingt die sehr gute Zusammenarbeit aller am Einsatz beteiligten Kräfte und Institutionen erwähnt werden, die zum Erfolg des Einsatzes beigetragen haben! Dazu zählen neben den bereits erwähnten Kräften auch rund 80 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren. Zur Sicherstellung des Grundschutzes der Bevölkerung im Stadtgebiet wurden alle B-Wehren der Freiwilligen Feuerwehr in Berlin in den Dienst gerufen.”