Fremde sind gar nicht fremd

Humboldtschüler luden zum Sambia-Abend in die Schulaula

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Drei Mädchen
Drei Humboldt-Schülerinnen berichten von ihrer Sambia-Reise. Foto: fle

Tegel – Sie verbrachten einen Teil ihrer Sommerferien damit, in einem kleinen Dorf in Sambia Entwicklungshilfe zu leisten: Die Humboldt-Schülerinnen Emma Ziegenhagen, Mara Brand und Johanna Bendik fuhren gemeinsam mit ihren Lehrern Jens Augner und Carlotta Zentgraf in den kleinen Ort Katete, um 20 Tage lang an ihrem Schulprojekt zu arbeiten, das vor fast 14 Jahren begann. Nun, ein dreiviertel Jahr später, teilten sie auf einem Sambia-Abend in der Schulaula ihre Erlebnisse mit den zahlreichen Zuschauern.

„Wir möchten unsere Erlebnisse und Erfahrungen dieser Reise mit Ihnen teilen“, erklärte Johanna dem gespannten Publikum. „Gerade in Zeiten verstärkter Migration ist es wichtig, Verständnis und Neugier für andere Kulturen und Lebensweisen zu behalten. Denn auch wenn unsere Reise 7.000 Kilometer weit geführt hat – so groß sind die Unterschiede zwischen den Menschen hier und in Sambia nicht“, fügt sie hinzu.

Vor 15 Jahren wurde im Humboldt-Gymnasium die Eine-Welt-Arbeitsgemeinschaft von Lateinlehrer Jens Augner ins Leben gerufen. Es wurde auch bald ein Projekt gefunden, mit dem sich die Schüler beschäftigten: Im Ort Katete im Osten Sambias wollten sie den Bau einer Schule unterstützen. Um Geld für das Schulprojekt zu sammeln, verkaufte die AG Fair-Trade-Produkte. Erstmals reisten Humboldtschüler im Jahr 2007 nach Katete, um an ihrem Projekt mitzuarbeiten. In „ihrer“ Schule haben nun rund 150 Kinder die Möglichkeit, eine elementare Schulbildung zu genießen. Dorthin fuhren die drei Schülerinnen – und was anfangs fremd und ungewohnt erschien, wurde bald normal. „Die unglaubliche Freundlichkeit und Offenheit, die uns die Menschen entgegenbrachten, haben uns sehr beeindruckt“, sagte Emma beim Sambia-Abend. Die Familie, das gegenseitige Miteinander, stehe dort noch viel mehr im Fokus als in Deutschland. „Das ist auch notwendig, denn es gibt dort kaum Unterstützung vom Staat. Und so müssen sich die Menschen gegenseitig helfen“, sagt Mara. Auch die Armut, die sie dort sahen, beschäftigte sie sehr und so sehen die drei engagierten Schülerinnen heute in ihrem Umfeld vieles mit anderen Augen.

In einem kurzen Film konnten die Zuschauer die 20 Tage in Sambia ein wenig miterleben. Doch auch andere wirkten am Sambia-Abend mit: So sangen der Humboldt-Chor Junior und der Humboldt-Chor einige Lieder, und Schülerinnen des Kurses Darstellendes Spiel bereicherten das Programm mit Szenen über die Themen Familie, Frau und Frausein sowie Glück. fle

Mara Brand präsentiert das Projekt in Sambia. Foto: fle

Wer das Sambia-Projekt unterstützen möchte, kann an den Förderverein der Schule unter dem Stichwort „Sambia“ spenden: IBAN DE74120400000183097500