Bernd Butkereit: „Miteinander füreinander da“

Ehrenamtsbüro hilft dabei, ein sinnstiftendes Engagement zu finden – Interview mit dem Leiter

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Mann an Computer
Bernd Butkereit in seinem Büro im Rathau. Foto: dsd

Reinickendorf bietet ein vielfältiges Angebot für ehrenamtliches Engagement. Da jede Aufgabe wichtig ist, aber nicht zu jedem Menschen passt, berät das Ehrenamtsbüro Reinickendorf Interessierte zu den vielseitigen Tätigkeiten und Einsatzfeldern. Organisationen unterstützt das Ehrenamtsbüro Reinickendorf bei der Suche nach und bei der Einbindung von ehrenamtlichen Engagierten. Online gelangt man durch Klicken auf die Karte zu Organisationen, die ehrenamtliche Tätigkeiten anbieten. Eine große Datenbank mit Filterfunktion nach Einsatzbereichen ist bereits geplant. Die RAZ sprach mit dem 69-jährigen Ehrenamtsbüroleiter Bernd Butkereit.

Was bedeutet Ehrenamt für Sie persönlich?

Für mich ist es eine Form von Demokratie, die lebt nicht vom Stillesitzen sondern vom Mitmachen – vom Geben und Nehmen. Bei mir ist Ehrenamt wie ein roter Faden, der sich durch mein Leben zieht. Angefangen als Klassensprecher war ich als Elternvertreter und später auch in der Gewerkschaft engagiert und bin nun seit 2011 im Ehrenamtsbüro.

Welche Personen kommen in das Ehrenamtsbüro?

Überwiegend suchen Leute im Alter von über 60 Jahren nach einem Ehrenamt. In letzter Zeit erfreut uns immer mehr das Interesse von Migranten, die nach ihrer Integrationszeit gerne wieder etwas zurückgeben wollen. Bewundernswert ist es, wenn sich bereits Jugendliche engagieren wollen, und wir hoffen, dass diese sich jetzt verstärkt durch die Imagekampagne angesprochen fühlen.

Wie ist der Ablauf für Interessierte an einem Ehrenamt?

Als erstes notieren wir auf einem Interview-Fragebogen die besonderen Fähigkeiten und Interessen, die Motive für das Ehrenamt, die gewünschten Tätigkeiten als auch die Personengruppen. Ganz wichtig ist der zur Verfügung stehende Zeitumfang. Einigen ist oft nicht klar, dass ein Ehrenamt keine einmalige Sache ist, sondern eine auf Dauer angebotene zuverlässige Übernahme von regelmäßigen Terminen beinhaltet.

Was motiviert ehrenamtlich arbeitende Menschen?

Viele wollen einfach etwas Sinnvolles tun. Einigen bietet ein Ehrenamt aber auch eine Chance etwas zu machen, was sie schon immer mal wollten, wie beispielsweise mit Kindern zusammenzuarbeiten. Andere sind einsam und sehnen sich nach etwas Sinnbringendem in Gesellschaft. Aber es kommen auch Leute zu uns, die sich resozialisieren wollen oder sollen, wie Langzeitarbeitslose und Freigänger.

Welche Organisationen suchen ehrenamtlich Engagierte und wie erfährt man davon?

Bei uns sind über 160 Organisationen gelistet, die größten sind angesiedelt im Pflege-, Gesundheits- und Seniorenbereich wie Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Altenheime, aber vor allem Organisationen wie DLRG, THW, die Freiwillige Feuerwehr, der Naturschutzbund und zahlreiche Sportvereine und Schulen brauchen immer wieder neue Engagierte. Wir haben im Ehrenamtsbüro eine große Regalwand mit Flyern, wir vermitteln Kontakte, inserieren in den lokalen Printmedien, haben Infostände auf Straßenfesten und informieren mit Vorträgen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview Daniele Schütz-Diener