Schildower Straße sperren?

Bezirk und Gemeinde Glienicke streben gemeinsame Lösung an

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Bezirk/Hermsdorf – Der Verkehrsausschuss des Bezirksamts tagte am 9. Januar. Der Andrang war so groß, dass das Treffen in den BVV-Sitzungssaal verlegt wurde. Mit etwa 60 Gästen war er bis auf den letzten Platz gefüllt.

Der größte Teil der Anwesenden waren direkt betroffene Anlieger aus Hermsdorf und Glienicke. Seit gut 20 Jahren fordern die Anwohner des Waldseeviertels Maßnahmen gegen die Pendlerströme. Angestrebt wird eine gemeinsame Lösung zwischen Reinickendorf und Glienicke. Folglich stand neben der Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) auch der Bürgermeister von Glienicke, Dr. Hans-Günther Oberlack (FDP), Rede und Antwort. Schultze-Berndt informierte über die Maßnahmen des Bezirksamtes wie die Einrichtung einer Tempo-30-Zone und Verschmälerung der Fahrbahn. Prof. Dr. Michael Ortmann von der Bürgerinitiative stellte die die Ergebnisse der neuesten Verkehrszählung vor, die die Anwohner im Dezember in Eigenregie durchgeführt hatten. Ergebnis: Im Vergleich zum Juni 2018 hat der Verkehr im Waldseeviertel um durchschnittlich 11 Prozent zugenommen. Hochgerechnet fahren nun täglich etwa 7.000 Kfz pro Werktag durch die Schildower Straße am Waldsee. Die verkehrsberuhigenden Baumaßnahmen des Bezirksamts haben laut Dr. Ortmann keinen Erfolg gebracht.

So ging es darum, welchen Maßnahmen zu einer tatsächlichen Verkehrsberuhigung führen können. In der Diskussion steht ein zeitlich begrenztes Durchfahrverbot sowie ein Modalfilter. Modale Filter sind bauliche Hindernisse, die Kraftfahrzeugen die Durchfahrt in einer Nebenstraße unmöglich machen.

Der Bürgermeister von Glienicke warb um Kooperation. Das Verkehrsproblem könne nur gemeinsam gelöst werden. Die Fraktionen der BVV Reinickendorf waren sich einig, dass ein konkreter Lösungsvorschlag für den Verkehrskonflikt am Waldsee nicht an einem etwaigen Veto der Gemeinde Glienicke scheitern könne.

Auf Antrag der CDU wurde die Angelegenheit auf die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses vertagt. Man wolle sich fraktionsübergreifend zusammensetzen, um einen Kompromiss mit größtmöglicher Akzeptanz auszuloten. Die Anwohner hatte sich ein Ergebnis gewünscht und wurden enttäuscht. Im Februar soll jedoch ein mehrheitsfähiger Antrag zur Lösung des Verkehrskonflikts am Waldsee vorliegen.

red