Relikte im Tegeler Forst

Wölbäcker – eine besondere Pflugtechnik des Mittelalters

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Tegel – Wölbäcker? Was bitte schön sind Wölbäcker? Zum besseren Verständnis sollte man die Silben des nicht jedem geläufigen Wortes trennen. Wölb–Äcker. Jetzt drängt sich eine Ahnung auf. Und richtig: Zur Mitte hin aufgewölbte und längsseits durch Furchen begrenzte Ackerflächen werden Wölbäcker genannt. Sie stellen Zeugnisse historischer ackerbaulicher Bearbeitungsmethoden dar und können bis heute in mehr oder weniger gutem Zustand unter Wald oder Dünen konserviert sein, so heißt es im „Steckbrief Brandenburger Böden“.

Über vier Jahrhunderte hinweg schlummerten im Tegeler Forst solch außergewöhnliche Relikte des Ackerbaus, die in den letzten Jahren wiederendeckt und untersucht wurden. Die Ergebnisse werfen nicht nur ein neues Bild auf die Geschichte der Orte Tegel und Heiligensee. Sie verblüffen auch wegen der ungewöhnlichen und unerwarteten Art der Feldbewirtschaftung im Mittelalter.

Wer jetzt noch mehr erfahren möchte, ist bei dem Vortrag von Dr. Lutz Essers genau richtig. Mit Hilfe computergestützter Luftaufnahmen und den Resultaten moderner Messverfahren gibt Essers einen spannenden Überblick über die Wellengestalt dieser so genannten Wölbäcker, deren Vorteile, deren Lage im Forst und deren Bezug zur Geschichte seit Gründung der angrenzenden Dörfer. Der Stadtgeschichtliche Arbeitskreis Reinickendorf lädt am Dienstag, 11. Februar, 14.30 Uhr, in den Pfarrsaal der Herz-Jesu-Gemeinde in Tegel zu der Veranstaltung ein. red

Foto : Lutz Essers, Geoportal Berlin / ATKIS DGM: