Gegen Gewalt an Mädchen

Centre Talma organisiert erneut Tanzdemo One Billion Rising

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Wittenau – Seit nunmehr acht Jahren organisiert und veranstaltet das Centre Talma, ein Mädchen- und Jungensportzentrum der GSJ – Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit gGmbH, die Berliner Dance Demo „One Billion Rising“ vor dem Brandenburger Tor. One Billion Rising, die große Tanz-Demo, die auch in diesem Jahr am 14. Februar am Brandenburger Tor stattfindet, ist nicht die einzige Aktion der Kinder-und Jugendfreizeitstätte in Reinickendorf Nord, um auf Gewalt an Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen. So werden im Sinne der Nachhaltigkeit auch Schulaktionstage und Projekttage durchgeführt.

Die RAZ sprach mit der Leiterin des Centre Talma, Bettina Lutze-Luis Fernández.

Worum geht es bei den Schulaktionstagen?

Wir veranstalten Aktionstage mit Schulen, Sportvereinen und anderen Institutionen oder Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten zum Thema One Billion Rising. Für die Realisierung der Zusammenarbeit mit den Schulen des Bezirks erhalten wir Mittel über die Gewaltprävention durch das Jugendamt Reinickendorf und setzen dann jährlich rund 15 Projekttage mit Schulen um. Es kann sein, dass die Schule uns aufsucht und wir den Projekttag bei uns im Centre Talma stattfinden lassen. Hierzu unterstützen uns teilweise auch Kooperationspartner wie BIG e.V., Tina K. oder die Giuseppe Marcone Stiftung.

Gibt es auch Projekttage an den jeweiligen Schulen?

Ja, das ist ebenso möglich. Das tun wir vor allem, wenn es sich nicht um einzelne Klassen handelt, sondern um die gesamte Schule. So waren wir Ende des Jahres an der Charlie-Chaplin-Grundschule und haben an einem Tag die Klassen 1 bis 6 dreizügig an einem ganzen Tag One Billion Rising erleben lassen. Einen weiteren Tag haben wir mit den fünften Klassen partizipativ vorbereitet, der dann zwei Wochen später auf dem Sportplatz der Schule stattfand.

Wie waren die Reaktionen der Schüler?

Sehr berührend und engagiert! Diesen Tag werden sie nicht vergessen. Es geht ja bei unserer Arbeit darum, Erlebnisse zu schaffen, an die man sich ein Leben lang gerne erinnert. Aber abgesehen davon ist die Charlie-Chaplin-Schule auch seit Jahren als Partnerschule bei One Billion Rising am Brandenburger Tor vor Ort.

Geht es bei den Projekttagen nur um One Billion Rising oder auch allgemein um Gewaltprävention?

Wir arbeiten immer allgemein zur Gewaltprävention. Aber bei One Billion Rising geht es ganz konkret darum, dass Mädchen und Jungen, Männer und Frauen dafür aufstehen, dass die Gewalt an Mädchen und Frauen unterbunden wird. Den Erfahrungen der Mädchen wird Raum gegeben, sie werden darin bestärkt, Gewalt nicht hinnehmen zu müssen.

Am 22. Januar findet zum vierten Mal der große Bildungstag im FEZ statt und ist längst ausgebucht. Was geschieht dort?

Im FEZ laden wir berlinweit 300 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 ein, um das Thema Gewaltprävention und One Billion Rising aus ganz verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Ob Tanz, Theater, Sport oder Musik – die Jugendlichen nähern sich dem Thema auf verschiedene Weise in den unterschiedlichsten Workshops. Auch die Choreographie für die Tanzdemo wird wie immer erlernt.

Kommen die Schüler der Aktionstage und vom Bildungstag auch zur großen Dance Demo am Brandenburger Tor?

Das wäre wünschenswert, und die Schulen erhalten auch eine Urkunde, dass sie an einer Aktion gegen Gewalt teilgenommen haben. Aber das hängt vom Engagement der Lehrkräfte, Eltern oder Erzieherinnen und Erzieher ab. Kinder müssen von Erwachsenen begleitet werden. Mein Appell an alle Erwachsenen: Schnappen Sie sich Ihre Kinder und ermöglichen Sie ihnen, Teil einer weltweiten Aktion zu sein.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview Christiane Flechtner